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ihn als nachheriger Oberstburggraf in Böhmen in gleicher Eigenschaft
nach Prag. Seiner zweckmäßigen Verwendung, mit welcher er in die-
ser Bestimmung den Erwartungen seines Chefs vollkommen Genüge lei-
stete/verdankte er,daß ihnKaiserFranz bereits 1306 zum wnkl. Guber-
nialrath in Böhmen ernannte. 1807 wurde er als Regierungsrath zur
niederösterr. Regierung übersetzt, wo er das Referat über Schul- und
Studiengegenstande führte. Besondere Verdienste erwarb er sich auch
wahrend der feindlichen Invasion 1809, wo er die wichtigsten Geschäfte
mit Klugheit und rastlosem Eifer besorgte. Allein sein von Jugend an
schwacher Körper unterlag der übermaßigen Anstrengung. Er starb am
20. April 1312.
Lühe, l a r l iLmil Freyh. von der, stammte von einer alten
Familie in Holstein und war 1751 geboren. Schon früh trat er in den
Dienst seines Vaterlandes, verließ aber dasselbe wegen schwächlicher Ge-
sundheit, und begab sich 1783 nach Wien, wo er von der Protestant,
zur kathol. Kirche übertrat und eine Anstellung erhielt. Er starb den
9. März 1301 als niederösterr. Negierungsrath. Als Dichter ist er be-
rühmt durch die beydenHymnen an Flora und Ceres, Wien1803 mit Kupf.;
neuer Titel, eb. 1824 (früher im Taschenbuche für Natur-und Garten-
freunde 1800), Meisterstücke der beschreibenden Dichtkunst.
Luino (Luvino), lombard. Flecken in der Delegation Como,
am Lago maggiore gelegen, der Geburtsort des Malers Bern ad in
Luino. Die Einwohner treiben Handel mit der Schweiz. Das Thal
von L. ist reizend.
Lüyow, Rudolph Graf v., aus einem altadeligen Geschlechte,
welches bereits im 13. Jahrhundert im Mecklenburgischen blühte, dessen
kathol. Theil — zur Linie der Drey - Lützow gehörig — vielfach den
deutschen Kaisern diente. Auf dem Schlachtfelde von Pavia gegen
Franz I. von Frankreich (1525) erwarb dieser Zweig die reichsfrey-
herrliche, gegen Ende des 17. Jahrhunderts die reichsgräfliche Würde,
nebst Besitzungen in Böhmen, wo auch gegenwartig der Majoratsherr
der Familie, Bruder des Grafen Ru d o loh, der k. k. Hofrath, Graf
Hieronymus von L. ansäßig ist. — Sohn des k. k. Kämmerers und
Generalmajors Grafen Ioh . Got t f r ied und der Gräfinn Antonia
von L., geb. Gräfinn Czernin, ward R udolp h Grcf von L., in
Salzburg den 4.Iuny 1781 geboren, er erhielt seine erste Bildung in
der Wiener-Neustädter Militär-Akademie, die damahls unter der Ober-
leitung des hochverdienten Feldzeugmeisters Grafen von K i n s ky
stand; zwar später für den geistlichen Stand bestimmt, widmete er sich aber
aus freyer Wahl, aufgemuntert durch seinen würdigen Oheim, den da-
mahligen obersten Iustlzpräsidenten , Grafen Heinrich von R o-
thenhann, schon 1303 der diplomatischen Laufbahn, die er 1804 als
Attache der kais. Principal-Commission am Reichstage zu Regens bürg
unter dem damahligen k. k. Commissär und ausgezeichneten Pnblicisien,
Clemens Al. Freyh. v. H üg e l, wirklich betrat; diente als k. k. Le-
gations-Secretar unter dem als Mensch und Staatsmann hochgeachte-
ten, dem Vaterlande nur zu früh entrissenen Grafen Friedrich von
Stad ion, in München, bis 1309; ward dann in derselben Eigen-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie