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Magyarische Akademie. — Mailänder Dom. 532
magyarischen Gelehrten an, sich um die ältesten Schicksale ihres Volkes
zu bekümmern. Daß die M. aus Asien eingewandert sind, darüber ist
man schon lange einjg, qb.er ihre asiatische Verwandtschaft an sich und
in der Sprache ist noch lange nicht ins Reine gebracht worden. Ein jun-
ger Mann, Gregor gebürtig, faßte den heroi-
schen Entschluß, den Ursprung der M. am Kaubasus.aufzusuchen, und m
schon 2 Mahl Reisen dahin, die erste von 1804—13, die zweyte von
1815—21. — Ale^'an.d er C so m a (s. d.) begab sich, in der neuesten
Zeit^zu demselben Zwecke nach Johann v. Desse, zu
O-Gyal la im Comorner Comitate 1765 geboren, trat 1829 eine
neue Reise nach Asien über Od essa, in gleicher Absicht an. — Indessen
legten sich mebrer.e.^terawren zu Hause auf sorgfältige Durchsicht aller
literarischen Porräthe/ und einige derselben machten ihre Entdeckungen
bereits bekannt. Vor allen verdienen hier die Lllcubratipnen von Ste-
phan v. H o r v ä th (s/h.), Custos der Reichsbibliochek, so sonderbar sie
auch scheinen mögen^ erwähnt zu werden. Im ^udomanios Qviijte-
menv 1329/ nber die Iazygier eine mei-
sterhafte Abhandlung, wo er sagt: Die Nation der M. habe seit jehec
aus mehreren Geschlechtern bestanden. Das Stammgeschlecht der M. kom-
me bey den alten Autoren auch als Agareni vor. Das magyar. Ge-
schlecht der Poloczen sey einst dem Mahomedanismus. zugethan gewesen,
und Magyarisiren habe so viel geheißen, als vom Christen-Glauben ab-
fallen. Horvath beweist ferner, daß die Iazygier einst auch Nachkom-
men der Meder, dann Toxaten, Sarmaten, Gothen (auch Daci, (^e-
tae, partni, Il luri, ^urci) hießen. Das magyar. Geschlecht der Ku-
manier wurde zu den Sarmaten gezahlt und die Kumanier hießen auch
Kananeer. In seinem schon 1325 zu Pesth gedruckten Grundriß der älte-
sten Geschichte der Magyaren sucht Horväth zu beweisen, daß die M.
auch vor ihrem Einzug nach Ungarn ein weltgeschichtlich bekanntes Volk
waren, nur unter andern.Nahmen. Die Scythen, Parther, Pelas-
ger :c., welche mit den Israeliten Krieg führten, waren M, Ihre Ge-
schichte sey demnach schon in der Bibel zu suchen.Die.se Abhandlung lie-
ferte GrafMai la th in seiner Geschichte derMaqyaren verdeutscht; ob,
wohl nicht ganz wörtlich übersetzt. Hiernach können schon jetzt auch deutsche
Geschichtsforscher dieselbe prüfen; wobey noch bemerkt werden muß, daß
alle diese Abhandlungen nur fragmentarische Andeutungen des großen
Resultates von Horvath's scharfsinnigen Forschungen sind, die er in
einem eigenen systematischen Werke darzustellen Willens ist. Vergl. Be-
wohner des Kaiser thu ms und Ungarn.
Magyarische Akademie, s. Ungar, gelehrte Gesellschaft.
Mailänder Dom., ein prachtvolles Denkmahl des Mittelalters.
I ohannGa leazzoV iscon t i , Herr von Ma i l and , faßte im
letzten Viertel des 14. Jahrhunderts den Plan zur Gründung dieser
Kirche. Die ältesten Meister, welche 1386 den ungeheuren Bau be-
gannen, führten ihn im gothischen Geschmack auf; und diese Unterneh-
mung fand von allen Seiten die lebhafteste Unterstützung. Mehrere reiche
BewohnerMailand's vermachten in ihren Testamenten große Summen
zur Forderung des Baues der Kirche, unter andern ein gewisser Car-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie