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538 M a i l ä' t l > , I o l). G r a f.
Sohn, ebenfalls Ios. (s. d.) geheißen, würde vom Kaiser I ose pH II .
in den Graftnstand erhoben.Dessen Sohn Ios. Graf M. starb als kon.
ungar. Hofkammerpräsident 1825. Georg Gras M., Sohn des zuerst
erwähnren Joseph, Ritter des'ungar. St. Stephan-Ordens, Obn'-
gespan des Tolnaer Comitats, starb 1821 als Personal (d. i. als Prä-
sident der königl. Gerich tstafel und der Deputirtenkammer der ungar.
Reichsstände). —Ant.Draf M., Jesuit, nach der Aufhebung des In-
stitutes Professor, zuletzt Domherr und Propst.zu Raab. Seine latei-
nischen Gedichte uud Reden werden geschätzt. Er starb 1805.' —'Die
jetzt lebenden in Staatsdiensten stehenden Mitglieder der Familie sind:
Car l Graf M., königl. ungar. Hofkammerrath; Georg von M., geh.
Rath, Staatsrath, Commandeur des ungar. St. Stephan-Ordens,
Obergespan des Honther Comitats; Anton Graf M., Hofrath bey,der
k. k. allgemeinen Hofkammer, Obergespan des Zempliner Comitats. "
' Mai lath, Ioh . Graf, geboren zu Pesth am 5. Öct. l?86,
Sohn I o sep h's Grafen v. M., Staats- und Conferenzministers (s.d.),
ge.'ioß im vaterlichen Haufe einer sorgfältigen Erziehung. Er hörte die
Philosophie in den öffentlichen Schulen zu Er lau , die Rechte in der
Akademie zu Na ab, trat in Staatsdienste, mußte aber selbe als Oe-
cretär bey der konigl. imgar. Statthalterey verlassen, da er in Gefahr
stand, am schwarzen Staar zu erblinden. Durch die Geschicklichkeit des
Augenarztes Beer wurde er nach drittbalbjahrlger Behandlung glücklich
geheilt; und lebt nun ausschließlich der Literatur, meist zu Wien.
Seine ersten literarischen Versuche fallen in das Jahr 1612. Wahrend
seiner langen Augenkrankheit faßte er den Entschluß, die Geschichte von
Ungarn zu schreiben. Da er nicht selbst lesen oder schreiben dürfte, be-
diente er sich eines Vorlesers und Schreibers. Er wurde, und wird hie-
bey durch ein riesiges Gedächtniß unterstützt, dessen Leistungen an das
Unglaublichereichen. Er memyrirt Tausende von Versen, recitirt ganze
Gedichte vor-und rückwärts, behält 200 Würfe mit zwey Würfeln,
oder vier Spiele Karten, die vor ihm umgeschlagen werden, sagt sie
vor- und rückwärts aus, gibt jede einzelne Karte, jeden einzelnen Wurf
an; er dictirt in zwey verschiedenen Sprachen und lernt einen Gegenstand
dazwischen auswendig u. s. w. Seine literarischen Arbeiten sind: Co-
loczaer Codex altdeutscher Gedichte, herausgegeben in Vereinigung
mit Johann Paul Köffinger, Pesth 1817. — Altdeutsche Gedich-
te , neudeutsch bearbeitet, Stuttgart 1319. — Gedichte, Wien
1824. —Magyarische Sagen und Mährchen, Brunn 1325. —Ma-
gyarische Gedichte, übersetzt, Tübingen 1325. — Geschichte der Magya-
ren, 5 Bde., Wien 1323-„30 (Ein treffliches Werk, das einer neuen
Auflage entgegensieht). — Über die Krönung der Könige von Ungarn,
eb. 1830. — Himfy's auserlesene Liebeslieder, aus dem Ungar, über-
setzt , Pesth 1830. — Der ungar. Reichstag vom Jahr 1830, eh.
1831. — Geschichte der Stadt Wien, Wien 1332. — Sophie
Müller's Leben, eb. 1332. — Magyarische Sprachlehre, Pesth
1830, 2, Ausi. eb. 1333. — Geschichte des österr. Kaiserstaates (bis
jetzt 1. Bd.) , Hamburg 1834. Gedichte und prosaische Aufsätze hat
M. geliefert in die Zeitschriften: H o r m a y r's Archiv; Morgen-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie