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544 Mallenkrug. — Malplaquet, Schlacht bey.
selben mehrere der größten Staatsmänner und selbst regierende Familien
seiner ärztlichen Behandlung anvertrauten. Später wurde M. auch zum
Leibarzt des verstorbenen Herzogs von Reich stadt, so wie der Erzher-
zoginn So pH-ie und ihrer Prinzen gewählt. Seine vielen fruchtbrin,
genden Bemühungen um die Emporbringung des nunmehr so besuchten
Heilbades zu Ischl erwarben ihm das Ehrenbürgerrecht dieses Ortes, so
wie ihn viele gelehrte Gesellschaften des In - und Auslandes in Anerken-
nung seiner umfassenden Kenntnisse und seiner Verdienste zum Ehrenmit-
glieds ernannten. Außer mehreren literarischen Beyträgen in deutsche
und italienische, medicinische Zeitschriften gab er auch das geschätzte
Werk: Entwurf einer Pathogenie aus der Evolution und Revolution des
Lebens, Wien 1809 im Drucke heraus. Seinen allgemein anerkannten
gebildeten und guten Geschmack beurkundete M. auch durch die Anlage
der schonen V i l l a Ma l fa t t i mit einem anmuthigen Garten bey
Hietzing nächst Wien, an der Straße nach Lajn z gelegen, welche
sich sowohl durch ihren einfach edlen Bau, als durch eine herrliche Fern-
sicht gegen St . Ve i t / Hütte ldorf und die Gebirge von Mauer,
bach auszeichnet.
Mallenkrug (Malmkrog, Almakerek), siebenbürg. Dorf
im oberen Weißenburger Comirat des Landes der Ungarn. Bemerkens-
werth ist hier das prächtige Grabmahl des Fürsten Georg Apaf i , von
dessen Familie vormahls M. das. Stammgut war. Dieses Denkmahl be-
steht aus einem großen, mit Fleiß und Kunst gearbeiteten Sarkophage
aus grauem Marmor und befindet sich in einer kleinen Capelle auf einem
Berge, nicht weit von dem Orte.
Malplaquet, Schlacht bey, den 11. Sept. 1709. Eugen
und Marlborough wollten ihre Siege 1709 durch die Eroberung
von Mons (Bergen) im Hennegauischen krönen. Dieses bewog den
französ. Marschall V i l la rs sein festes Lager bey Bethune zu ver«
lassen, und mit 70,000 Mann eine andere feste Stellung bey dem Dorfe
M. zu beziehen. An diesem Platze kam es am 11. Sept. zu einer der
schrecklichsten Schlachten des 18. Jahrhunderts. DieVerbündeten führten
80,000 Mann mit 140 Geschützen in dieselbe. Die Franzosen hatten
beyläufig um 60 der letztern weniger. Es galt bey einem Theile Behaup-
tung der errungenen Lorbeern, beym andern Rettung des Vaterlandes.
Dieser Zwecke bewußt, von den ausgezeichnetsten Feldherrn' geführt,
begannen die Truppen um 8 Uhr früh den rühmlichen Wettstreit, sich
gegenseitig an Tapferkeit zu überbiethen. Er war um 3 Uhr nach
Mittag geendet, 30,0W Todte und Verwundete deckten die blutige
Wahlstatt, darunter kaum 10,000 Franzosen. Diese überließen durch
einen von Bouf f l eu rs geleiteten meisterhaften Rückzug den verbünde-
ten Siegern, von welchen über 20,000 gefallen waren, das Echlacbt-
feld. Die holländischen Truppen waren beynahe ganz aufgerieben. Daß
Eugen, als V i l la rs aus dem Mittelplmcre Truppen zur Verstär-
kung seines linken Flügels gegen die kaiserlichen schickte, diesen Mittel-
punct angriff, sprengte, und die beyden Flügel trennte, entschied den
Sieg. Eugen und Vi l la rs wurden schwer verwundet. Das verbün-
dete Heer war durch diesen traurigen Sieg so geschwächt, daß es in
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie