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Mals. — Manfredini. 545
diesem Feldzuge nur noch die Belagerung von Mons unternehmen
konnten.
M a l s , tyrol. Marktflecken im Oberinnthaler Kreise, mit einer
Pfarre und einem Capuzinerkloster an der Malserhaide, auf welcher 1499
die Tyroler von den Engadeinern geschlagen wurden. Vormahls war der
Markt mit dem sich darüber erhebenden SchlosseFürstenburg befestigt;
2 große Thürme und Mauerreste zeigen noch die Überbleibsel dieser ge-
walrigen Veste. Hier liegt auch, hoch an einer Berglehne, das große
Benedictinerstift Mar ienberg.
Manfredin i , Friedrich, Marchese, k. k. Feldmarschall-Lieute-
nant, war zu Rov igo 1743 aus einer alten, berühmten Familie
geboren. Sein Vater erkannte schon früh die nicht gewöhnlichen Anlagen
des Knaben, und gab ihn zur Ausbildung derselben zuerst in das adelige
Collegium zu Moden a, dann sandte er ihn an die Akademie nach F l o-
renz. M. begab sich später nach Wien. Wenige Zeit nach seinem Ein-
tritte in den Kriegsdienst zog M. die Aufmerksamkeit der Feldherren
auf sich, nahmentlich des Feldmarschalls Bot ta und des Fürsten Ponia-
towski , welche seiner rühmlich bey Kaiser Joseph I I . gedachten.
Dieses hatte zur Folge, daß er in Kürze zum Major im Regiment S t e i n
ernannt wurde. — Das ehrenvollste Zeichen von Anerkennung erhielt
M. in einem Alter von 33 Jahren dadurch, daß Kaiser J o s e p h ihn
dem Grafen Franz v. Col loredo zur Erziehung seiner Neffen, der
Sohne des Erzherzogs Leopold, Großherzogs v. Toscana beygab.
Diesem rühmlichen Vertrauen entsprach er auf solche Art, daß der Kaiser
ihm den Obristenrang verlieh, und Erzherzog Leopold ihn bey der Ge-
legenheit, als er seinen Erstgebornen, den nachherigen Kaiser Franz,
nach Wien führte, zum wirkl. geh. Staatsrathe und Erzieher aller
seiner Söhne ernannte. — Bey dem Ausbruche des Krieges von
Rußland und Osterreich gegen die Pforte nahm M. an dem Ruhme des
Tages Theil, an welchem Be lg rad fiel, und wurde von Loudon bey
diesem Anlaß so ehrenvoll erwähnt, daß ihn der Kaiser zum Generalmajor
erhob (1739). Nach dem Ende dieses Krieges kehrte M. nach Florenz
zurück, wo er aber nicht lange verweilte, indem der Großherzog, welcher
durch den Tod seines Bruders Joseph I I . auf den Kaiserthron ge-
langt war, ihn nach Wien berief. Dort wurde er von dem neuen
Regenten mit allen Beweisen der Huld ausgezeichnet, und auch durch
einige Z?it dem Erzherzog Leopold beygegeben, welcher zum Palatin
von Ungarn bestimmt worden war, und unter welchem M. auch den
Titel eines Magnaten von Ungarn erlangte. Dann verfügte er sich wieder
nach F lorenz, wo er zum Obersthofmeister des Großherzogs Ferdi-
nand erwählt ward. — M. bewies sich daselbst als wahrer Freund der
Gelehrsamkeit, so wie als der eifrigste Beschützer jedes Talentes. —
Ader auch dießmahl war seines Bleibens in Toscana nicht lange, denn
bey dem plötzlichen Hintritte des Kaisers Leopold I I . mußte er neuer-
dings den Großherzog Ferdinand nach Wien begleiten, und bey der
Thronbesteigung des neuen Regenten fungiren. Als Kaiser Franz zum
Könige von Ungarn gekrönt wurde, schmückte er mir eigener Hand M.
bey dieser Gelegenheit (1792) mit dem Großkreuz des St. Stephan-
Oestcrr.Nat. Oncnkl. Bd. ll l. 5
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie