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548 Mannagetta'sche Stiftung.
frey den Freyherrnstand und die geheimeNathswürde. Von seinen Söh-
nen laßt sich gleichfalls nur Rühmliches sagen, denn IohannGot t«
hard ward nur durch einen frühen Tod dem Dienste als wirkl. n. ö.
Regierungsrath entzogen, und Georg war bereits mit30 Jahren wirkl.
Hofrath der Hofkanzley, und österr. Landesveferent. M i t I o se p h (einem
Sohne I oh. Go tth a rd's), der gleichfalls n. ö. Regierungsrath und der
Lehrer des Grafen Fran z Saurau im practischen Dienste war, starb die
freyherrliche Linie aus. — Sonach wurde die Familie nur durch den jungem
Sohn Ioh . Georg's, Nahmens Ph i l ipp Jacob erhalten. Dieser
schon im 20. Jahre n. ö. Regierungsrath, trat als Raitmarschall zu den
n. ö. Landstanden über, wo er bald ihr verordneter und später ihr Aus-
schußrath ward. Bey Errichtung der Kreisämter würde er der erste Kreis-
hauptmann des V. U. M. B. auf seiner eigenen Herrschaft Würn itz,'
mit welcher er sich nebst Neuwald egg (bey D o rn b ach) im V. Ü.
W. W. angekauft hatte. Er erwarb auch das Incolat von Böhmen,
Mähren und Schlesien, trat bey vorgerücktem Alter seinem zweyt-
geborenen Sohne Ferdinand mit höchster Genehmigung die Kreis-
Hauptmannsstelle ab> und lebte sohin ganz der Ökonomie, in welcher
er wesentliche Verbesserungen einführte. Sein ältester Sohn Phi l ipp
Jacob , . ^k . Truchseß, wurde 1764 nebst dem Grafen von Stock-
hammer nach Frankfur t am Mayn zu Joseph's Krönung als
ständischer Abgeordneter gesandt; er besaß das besondere Zutrauen seiner
Comittenten, da er der Erste in einerReihe von 14 Jahren ununterbrochen
stand. Verordneter war. Als Straßenbaudirector leistete er viel für dte
Einführung kunstgemäß angelegter Straßen in Niederösterreich, weßhalb er
auch und wegen seiner umfassenden öandeskenntniß 1771 proprio mow zum
niederösterr. Regierungsrathe ernannt ward, in welcher Eigenschaft er bis
1784 diente, wo er sich auf die von seinem Vater ererbten Güter zurück-
zog. Von vielen seiner Söhne, von denen sich Anton als Comman-
dant des 6. Landwehrbataillons 1809 vortheilhaft auszeichnete, lebt der-
mahl nur noch einer, I oh . Wi lhe lm v. M<, Generalsecretär der
privil. österr. Nationalbank.
Mannagetra'sche St i f tung, in Wien. Sie ist die Frucht des
Wohlwollens eines Mannes, der, weit entfernt den Glanz seiner Familie
in einem Vermögens-Fideicommisse zu finden, ihn dadurch für alle
Zeiten am sichersten zu bewahren glaubte, daßl er alle seine männlichen
Nachkommen in die Lage versetzte, durch moralische und strettg wissen-
schaftliche Bildung dem Staate und der Menschheit nützlich zu wer-
den. I oh . Wi lhe lm Ritter v. Mannage t t a , kais. Leibarzt,
(s. den vorigen Artikel) widmete am 27. Jänner 1661 sein Haus zum
silbernen Becher in der Kärnthnerstrasie nebst einer der ansehnlichsten
Privatbibliotheken und 110,000 Gulden in gut versicherten Privat-
forderungen für die männliche Descendenz seiner Brüder Mat th aus,
Car l und Franz, denn er selbst war kinderlos, dann für Manna-
g etta'sche Töchter und ihre männliche Descendenz auf ewige Zeiten zu
einem Fideicommisse. Fünf bis sechs Stiftlinge, Alumnen genannt,
sollten unter einem aus ihrer Mitte gewählten Provisor in häuslicher
Gemeinschaft leben, sich dem Doctorate in einer der vier Facultäten wid-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie