Page - 555 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Volume 3
Image of the Page - 555 -
Text of the Page - 555 -
m a ra. — m a r b u r g. 555
Jahren eine ganz eigene, neue Art der Lyrik. In seinen Trauerspielen
bedient sich M. auf besonders vortheilhafte und zweckmäßige Art des Cho-
res mit vollkommen lyrischer Erhebung, ohne daß selber auf die Hand-
lung störend einwirkt. Seine im Drucke erschienenen Werke sind: Inni
sacri, Mailand 1816. —II Conte di Carmagnola, eb. 1820, eine
Tragödie, deren Stoff aus der italienischen Kriegsgeschichte des 15.
Jahrhunderts ist, in eilfsylbigem Iambus abgefaßt, welche nicht bloß
in Italien und Deutschland Aufsehen machte, sondern auch von engli-
schen Kritikern ausgezeichnet wurde. — L'Adelcki, Mailand 1822, eine
Tragödie, welche bereits ins Französische und Deutsche übertragen wur-
de. Beyde dramatische Gedichte bespricht Goethe lobend im 38. Bande
seiner Werke. — I promessi sposi (merkwürdige mailändische Erzäh-
lung) , Livorno 1827. Endlich gab M. noch vermischte Gedichte her-
aus, welche sich in den Opere poeticne di A. M. con prekaxioni di
(^oetne, Jena 1827/ befinden und worunter besonders eine Ode auf
Napoleon's Tod (il cinque HIaggio) und 4 heilige Hymnen auszu-
zeichnen sind. Die meisten Arbeiten M.'s sind wiederholt gedruckt, z. B.
^ragedie s poesie, Florenz 1327 :c.
Mara, Ign., königl. preuß. Violoncellist zu Ber l in, geboren
zu Deutschbrod in Böhmen, wo er auch seine musikalischen Kennt-
nisse sammelte, und mit diesen ausgerüstet nach Berl in kam. Er war
einer der correctesten Componisten für das Violoncell. Noch 1779, bey
seinem hohen Alter, war er ein vortrefflicher Orchesterspieler, und sein
Ton und Vortrag rührten den Zuhörer mächtig. Er starb 1783. Sein
Sohn I o h. M., ebenfalls Violoncellist in Berl in, und der Gatte
der weltbekannten Sängerinn Elisab e th M.> starb 1739. Er wird
unter die größten Meister seines Instrumentes gezählt.
Marburg, steyermärk. landesfürstl. Kreisstadt im Marburger
Kreise an der Drave und an der Hauptcommerzialstraße, welche von
Wien nach Triest geht, in einer sehr fruchtbaren Gegend. Sie ist
nach Grätz die ansehnlichste Stadt des Herzogthums, ziemlich schön
und reinlich gebaut, und zählt mit Einschluß ihrer 3 Vorstädte, der
Orätzer-, Kärnthner- und Magdalenavorstadt, über 5,000^ Einwoh-
ner. Die Lage der Stadt biethet viele vortheilhafte Gelegenheit zu einem
gewinnreichen Handel, vorzüglich mit Ländesproducten, so z.B.Eisen,
Getreide, Wein. Zu den ausgezeichneten Gebäuden gehört die alte
Burg im gemischten architektonischem Style, die Haupttirche mit meh-
reren guten Gemälden und das Bürgerspital, in welchem das Theater
errichtet wurde. In M. befinden sich ein Kreisamt, ein Gymnasium, ein
Bancogefällen-Inspectorat, ein Kreisdecanat, eine Hauptschule, ein
militärisches Knaben-Erziehungshaus, ein Postamt und eine militärische
Schwimmschule an der Drave. Die Stadtbehörde ist der organisirte
Magistrat, welcher ein vrivilegirtes Landgericht verwaltet und dieWerb-
bezirksgeschäfte im Umkreise der Stadt besorgt. Die Magdalena«Vor-
stadt gehört jedoch zur Herrschaft Lembach, die in dem sogenannten
V i c t r i n g Hof bey M. verwaltet wird. In der Gegend wird
vorzüglich Weizen-, Garten-, Obst-und Weinbau betrieben; die hiesi-
gen Weine gehören zu den bessern steyerischen. Von wenig Erheblichkeit
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie