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556 Marburger Rreis. — March.
ist die Industrie, die sich auf etwas Leder, Rosoglio und gewöhnliche
Handwerksartikel beschrankt, desto wichtiger ist der Speditionshandel von
und nach Ungarn, auch hälr M. bedeutende Markte. Der Ort ist wahr-
scheinlich weit älter, als er der Geschichte bekannt, ist. Bereits im 12.
Jahrhundert kommt er unter dem Nahmen Marchpurg vor und ge-
hörte zur kärntnerischen Mark, damahls war hier eine festeBurg (Ober-
Marburg ) , welche nördlich von der Stadt auf einem kegelförmigen
Berge stand, von welcher jedoch gegenwärtig nichts mehr zu sehen ist;
selbst die steinerne Pyramide, welche 1734 Graf Brandis an deren
Grelle errichten ließ, wurde 1820 durch den Blitz zerstört.
Marburger RreiS, ist nach der Größe seines tragbaren Flächen-
inhalts der vierte, seiner Population nach aber der zweyte in Steyer-
mark. Er gränzt im Norden mit dem Gratzer Kreise, im Osten mit
Ungarn/ im Südosten mit Croatien, im Süden mit dem Cillier, im
Westen mit dem Klagenfurter Kreise. Seine Große wird auf 65ZQ.M.
angegeben. Der Kreis enthalt 3 Städte, 16 Märkte und 832 Dörfer
mit 167,500 Einwohnern, wovon zwey Drittel Wenden, undeinDrittel
Deutsche sind. Die Drave stießt der Lange nach mitten durch, und
nimmt die untere Pösnitz und die Dräu auf; die übrigen Flüsse sind
die Lasnitz, Sulm mit der obern Pösnitz und die Scaintz, welche
sammtll'Gzum Flußgebieth der Mur gehören, die den Kreis im Norden
begränzt. Er hat gegen Osten die unter dem Nahmen windische Bü-
hel bekannten Hügel, und einige weitere Thäler, wie das obere und
untere Petrauerfeld, im Südosten das Gebirge Matzel und im Westen
viele mäßige, und verschiedene hohe Berge, als die Schwanbergeralpen;
das Gebirge Posruk liegt in der Mitte, und der Bacher auf der süd-
westlichen Gränze des Cillier Kreises. Der Ackerbau ist nur mittelmaßig.
Der reiche Graswuchs begünstiget stark die Viehzucht; doch ist bloß die
Hornviehzucht und die Geflügel -, besonders Kalekuten - und Gänsezucht
auf den windischen Büheln von Bedeutung. Der Obstbau ist stark, noch
stärker der Weinbau in dem östlichen, zwischen der Mur und Drave lie-
genden, fast 30 Q. M. großen Landstriche, wo der gute Luttenberger
Wein wachst. .
Marcaria, lombard. Marktflecken inderDelegation Mantua, am
Oglio, zählt 820 Einw. und enthalt ein sehr schönes Schloß des Mar-
cbese Castig l ione, wobey ein schöner Garten ist, in welchem sich sehr
viele Granatäpfelbäume befinden.
March, bedeutender Fluß, entspringt auf dem Schneegebirge an
der mährisch-schlesischen Gränze, durchlauft Mahren von Norden nach
Suden, fließt bey L i t t au , Olmütz, Kremsier , Ungarisch-
Hradisch und Strazni tz vorbey, und betritt die ö'sterr. Gränze
zwischen dem österr. Dorfe Rabensburg und dem ungar. Dorfe
Broczka. Die M. fließt hierauf in mehreren Windungen, immer der
Hauptrichtung nach Süden folgend und die Gränze gegen Ungarn be-
zeichnend, durch ziemlich ebenes Land, bis sie bey dem ungar. Markte
Theben und zwar am Fuße des dortigen Schlosihügels, 417,85 Wie-
ner Fuß über dem Meere sich in die Donau ergießt. — Der Plan der
Schiffbarmachung dieses Flusses zum Vortheil des bequemen Ver-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie