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558 M a r c u s 2 8to. A n t o n i o . — M a r c z a l y .
und gab ihn dem Maler Lazzarini 5 Jahre lang in Unterricht. Er
machte aber in der Figurenteichnung nicht die gehofften Fortschritte,
darum lenkte Lazzarini sein Talent auf die Landscbaftmalerey, und
hierin gelang es ihm vollkommen. Er erwarb sich auch die Liebe seines
Meistersso sehr, daß dieser bey seinem Tode ihn zum Erben ernannte.
Aber dieses Glück wußte er so wenig zu benutzen, daß er im Fleiße
nachließ, und sich an muntere Gesellschaften anschloß, bis er von Franz
Cauc ig , Professor an der Akademie zu W i e n , mit welchem er in
Bekanntschaft kam, wieder zur Thätigkeit ermuntert, und durch 5 Jahre
unterrichtet wurde. Nun wurde er nach V ero na in das Haus Otto-
l in i als Zeichnenmeister,berufen, wo er 3 Jahre blieb; daraufging er
unter sehr vortheilhaften Bedingnissen zu dem chalkographischen Institut
des B isdomin i nach Br ixen, wo einigein Kupfer gestochene Land-
schaften nach seinen Zeichnungen erschienen sind. Dieses Institut löste
sich bald auf; ein Zufall verschaffte M. neues Unterkommen. Er zeich-
nete an der Poststraße bey K lausen eben die Ansicht des Schlosses und
Klosters Seben, als die Gräfinn Kielmanns egg aus Hanno-
ver vorbeyfuhr, den Zeichner bemerkte, und die Zeichnung zu sehen
verlangte. Da diese ihr sehr wohl gefiel, machte sie gleich dem Künstler
den Antrag, sie auf ihrer Reise in die Lombaroie gegen einen guten Ge-
halt zu begleiten, welchen er mit Freude alinahm; er reiste einige Mo-,
nathe mit dieser gebildeten Dame, und zeichnete mehrere Ansichten/
Hierauf kam er nach Tyrol zurück, lebte 3 Jahre zu Bo rgo in Val-
sugana, und malte mehrere Landschaften in Öhl, die theils zu Augs-
burg , theils zu Wien in Kupfer gestochen wurden. Er ward das
zweyce Mahl nach Br ixen berufen, für die dortige Pfarrkirche ein
heiliges Grab zu malen. iDa lernte er den Fürsien Rassumovsky
kennen, für den er sechs Prospecte malte. Denselben begleitete et
dann eine Zeit lang auf seinen Reisen / doch lehnte er den Antrag,
ihm nach Rußland zu folgen, ab. Nun ging er nach Tr ient , arbei»
tete 4 Jahre daselbst, und gab nebenher Unterricht im Zeichnen. End,
lich machte er sich zu Telve im Valsugana ansäßig.
Marcus 2 3to. Antonio paäuano, Augustinermönch zu Lai«
bach, war daselbst den 13. April 1735 geboren. Er gab heraus:
t>arum dictionarium trilingue (krainerisch, deutsch und lateinisch),
Laibach 1782. — krainska Qramatica, eb. 1783. — QI0552-
rium slavicum, Wien 1792. — Adjumentum poeseos Carnioli-
cae, eb. 1798, und hinterließ mehrere noch im Manuscripte befindliche
Arbeiten. Er starb zu M ar iabrunn bey Wien den 5. Febr. 1801,
da M. von Laibach in das ehemahls bestandene Mariabrunner Au-
gustinerkloster übersetzt worden war.
Marczaly, ungar. Marktflecken im Sümegher Comitate
und im Bezi. ^e gleiches Nahmens, südlich vom Plattensee mit einem
gräflich Szechenyi'schen Castell, einer kathol. Pfarre und nahean
1,400 Einw., die sich zum größten Theile vom Weinbaue nähren.
Hier ist auch eine große herrschaftliche Schweizerey, so wie auch ein
Postamt.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie