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NKniabruml. — Maria-Lanzendorf.
dem k. k. österr. Kämmerer, Emsrich Freyh. von Zay. Baid
auf lernte sie die geschätzte Dichterinn The rese von Artner kennen,
und der nähere Umgang knüpfte zwischen Beyden das innigste Freund,
schaftsbünoniß, welches bis zum Tode der Lehtern währte. Durch ihren
öfteren Aufenthalt in Wien lernte M. die ebenfalls als Schriftstellerinn
geachtete Marianne Neumann von Meißenthal, geborne von
Tietl, kennen und in der Folge ging diese Bekanntschaft ebenfalls in en-
gere Freundschaft über. 1811 wurde M. durch öftere Aufforderungen be»
wogen, sich der Schriftstellerey zu widmen und bald lieferte sie Erfreu«
liches in jedem Zweige der Literatur; doch wurde eS ihr anfangs bey
weitem schwerer, sich in den erzählenden Ton zu sinden/ als zu dialogi.
siren. 1814 lernte sie auch Caroline Pichler kennen, mit welcher
sie ebenfalls bald das Band der innigsten Freundschaft knüpfte. Erst 1813
ließ sie sich, auf vielfältiges Zureden ihrer Freundinnen bewegen, mehre-
re ihrer Producte dem Drucke (Pesth)zuübergeden, welche mit so ehrendem
Beyfall aufgenommen wurden, daß sie sich endlich zur Herausgabe ihrer
sämmtlichen Erzählungen und Lustspiele entschloß. Sie erschienen unter
dem Titel: Feyerstunden von Maria von **^ , 1. Bdchen. (Auchun-
ter dem Titel: Erzählungen) enthaltend: Die Prise Tabak. Iwan
und Ilena. Opfer und Lohn. Die Seereise. — 2. Bdchen. (Auch
unter dem Titel: Lustspiele) enthaltend : Die drolligen Wirthe. Der
Schooshund. Die geheilte Eifersucht. Das Bild. Der unsichtba.
re Liebhaber auf der Probe. — 2. Bdchen. (Auch unter dem Titel:
Erzählungen 2Thle.) enthaltend: Wie die Saat, so die Ernte. Ver-
gehen und Sühne. Die Grabesbraut. Das große Loos, Brunn
1323. Außerdem lieferte sie auch Beytrage in den Sammler, die Wie-
ner Zeitschrift :c.
Mariabrunn, niederösterr. kleines Pfarrdorf mit einer Wall-
fahrtskirche im V. U. W. W., westlich von Wien bey Hütteldorf.
Schon im Anfange des 11. Jahrhunderts erbaute hier die Ungarköniginn
Gisela, Witwe Stephan's I. , eine Capelle. 1655 wurde an deren
Stelle die jetzige Kirche und 1661 das Augustinerkloster erbaut, welch'
Letzteres, nachdem sich nach den verhängnißvollen Kriegsjahren 1805 und
1809 der Convent aufgelöst hatte und die Mitglieder in andere Institute
ihres Ordens eingetheilt waren, 1813 von dem k. k^ Waldamte gemiethet
und zu einer Forst-Lehranstalt (s. d. Art. Forstschulen) eingerichtet
wurde. Die Kirche enthalt ein Gnadenbild, zu welchem an Marienta-
gen häufige Wallfahrten geschehen und ist voll von antiquarischen Mo-
numenten.
Maria-Enzersdorf, s. lLnzersdorf am (ßebirge.
Maria-6ieying, s. Aeying.
Maria-Lanzendorf (Ober-Lanzendorf), altes niederösterr.
Dorf und Wallfahrtsort im V. U. W. W., in ebener Lage, zwischen
dem Schwechatflusse und dem Wiener-Neustädter Schiffahrtcanale, mit
250 Einwohnern. Das Hauptgebäude dieses Ortes ist das Franciscaner«
kloster mit der ansehnlichen Pfarr- und Wallfahvtkirche, in deren Mitte
sich die alte Wallsahltcavelle befindet. Die Zahl der froznmen Pilger,
welche jährlich diese Kirche besuchen, beträgt 7—9,000. Über derSacri-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie