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58! Märton de Mand, Ios.
erste deutsche Sprachlehre (I^emet Orammatika) sammt einem dazu
gehörigen deutschen Lesebuch (Kaschau 1799); dann ein kleines deutsch-
ungarisches Wörterbuch (Wien 1799). Der ungarisch-deutsche Theil er,
schien zuPreßburg 1800.— Er unternahm im Schuljahre 1799—130«
(vom Schulpatronat des Gymnasiums auf ein Jahr von seinem Amre
dispensirt) eine literarische Reise durch Ungarn und Siebenbürgen auf
seine eigene Kosten, in der Absicht Provinzialismen und technische Kunst-
wörter zu sammeln, um mit der Zeit ein vollständiges ungarisches und
deutsches Wörterbuch herauszugeben, welches inW i en 1803—7 erschien.
—1801 wurde er von D.v. Gorog, damahls Erzieher des jungen Fürsten
Pau l Eszterhäzy (jetzt österr. Bothschafter inLondo n), aufgefordert
nach Wien zu kommen, um gemeinschaftlich mit ihm im literari^chen
Fache für Ungarn zu arbeiten. Seitdem lebt M. in W ien , bloß
vom Privatunterricht in der ungarischen Sprache. 1806 wurde er zum
unbesoldeten öffentl. außerordentl. Professor der ungar. Sprache und Li-
teratur an der Wiener Universität ernannt. Seine deutsche Sprach-
lehre für Ungarn hat bis jetzt 11 starke Auflagen erlebt. 1809 gab er
eine ungarische Sprachlehre für Deutsche, sammt Lese- und Wörterbuch
heraus, die sehr stark benutzt wird, und schon 7 Auflagen hat. 1615
kam sein „Lexicon trilingu« scnolasticum" in 2 Banden heraus, bey
dessen kostspieliger Ausgabe er (damit es für die Schüler wohlfeiler wer-
den könne) von mehreren ungar. Macenaten, auf sein Ansuchen großmü-
thig unterstützt wurde. Die Nahmen dieser Gönner sammt ihren Bey-
trägen lesen wir in dem Anhange seines grösieren „Lateinisch-ungarisch-
deutschen Lencons," 2 Bde. Wien 1313—19. So gab z. B. Ste-
phan Graf v. Szechenyi Druckkosten für 3 Kögen (180 Gulden
C. M.). Auf diese Art gingen dem Verfasser zusammen beynahe 3,000
Guld. C. M. ein. Allein diese bedeutenden und edelmüthigen Beyträge be-
nutzte der uneigennützige M. nicht zu seinem Vortheile, sondern so wie
er diese Summe vom Verkaufe des Lexicons einnahm, ließ er in 70
Gymnasien Ungarns und Siebenbürgens, von ebendemselben Betrage,
deutsche und ungarische Sprachlehren, wie auch Atlasse von Ungarn in
62 Folioblattern, als Prämien unter arme, aber fleißige und gut
gesittete Schüler 1315—17 vertheilen; wovon er in der 7. Ausgabe sei-
ner deutschen Sprachlehre und in dem Lexicon ti'ilingue genaue Rechen-
schaft gibt. Unter seine vorzüglichsten literarischen Verdienste rechnet man
mit Recht die Fortsetzung und Beendigung des Atlasses von Ungarn
in 62 Folioblattern, welcher die speciellsten Charten von Ungarn,
Croatien und Slavonien, dann.7 Gränzregimenrern sammt einer Gene-
ralcharte zur Übersicht, und ein alphabetisches Nepertorium der Städte,
Marktflecken, Dörfer, Pradien, Flüsse :c. in allen üblichen Benen-
nungen enthalt. Dieses sehr kostspielige Unternehmen hatten Görög
und « K e r e k e s 1797 angefangen. — K erekes starb 1800, und
Görög wurde als Erzieher der Erzherzoge 1303 an dem k. k. Hofe an-
gestellt. — Die Fortsetzung des Atlasses übernahm nun M., von seinem
Freunde Görög darin auf das thatigste und edelmüthigste unterstützt,
und beendigte ihn 1311. Die meisten Charten sind dem verstorbenen Grafen
Georg Festetics v. To lna, jenem ausgezeichneten Mäcen Ungarns,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie