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594 Matiegka, Ios. (Sohn). — Maydorf.
Matiegka, Ios. , talentvoller Waldhornist (Sohn des Vori-
gen) wurde zu Prag 1767 geboren, und von seinem Vater auf diesem
Instrumente so trefflich unterrichtet, daß er mit ihm schon in seinerIugend
Doppelconcene blies. Nach einigen Jahren begab er sich auf Reisen,
und trat überall als Virtuos auf. Von Wien aus, wo er sich einige
Zeit aufhielt, kam er nach Ungarn. Hier blieb er bey dem Grafen
Forgacs 7 Jahre, wurde aber wieder zu Wien bey dem k. k, Na-
tionaltheater als Waldhornist angestellt. 1790 berief ihn Fürst Khe-
v en hül l er nach Mai land zu seiner Capelle, wo er ebenfalls durch
sein Spiel Bewunderung erregte. Er starb daselbst am 11. Aug. 1793.
Matra , Gebirgszug der Karpathen, niedriger als der Hauptstock,
in der Heveser Gespanschaft in Ungarn.
Mattersdorf, ungar. Marktflecken im Odenburger Comitate,
an der Vulka, der größte Markr des Comitats, hat 4,090 Einwohner,
worunter 1,452 Juden, eine kathol. Kirche und eine Synagoge. Hier
sind auch mehrere Tuchmacher und eine Erdgeschirrfabrik. Gutsherr ist
der Fürst Pau l Eszterhäzy.
Matt lo l i , pet. Ändr. , auch unter dem lateinischen Nahmen
Mat th io lus bekannt, Leibarzt des Kaisers Maximi l ian I I . , war
geboren zu Sien a 1500, studirte Medicin auf der Universität zu P a-
dua, erhielt die Doctorwürde daselbst und lebte dann einigeZeit in Rom.
Der Kriegsunruhen wegen zog sich M. 1527 in die Gegend von Tr ient
und brachte daselbst 13 Jahre mit botanischen Studien und der Ausübung
der ärztlichen Wissenschaft beschäftigt zu. Nachdem M. hierauf noch 12
Jahre zu Görz practicirt hatte, berief ihn Kaiser F erdin an d I. als
Leibarzt des Erzherzogs Ferdinand mit dem Titel eines kaiserl. Ra-
thes nach Prag. Spater wurde M. Leibarzt des Kaisers Maximi-
l i an , setzte sich jedoch bald in Ruhe und brachte, mit gelehrten Stu-
dien, besonders der Commentirung desDi o sko rides beschäftigt, seine
letzten Lebensjahre in Tr ient zu, wo er 1577 starb. Seine im Dru-
cke erschienenen Schriften sind: De inorlio gallico, Venedig 1538.—
I! Dio^oride, con HÜ suoi discorsi, eb. 1544; auch lateinisch mit
eingedruckten Holzschnitten, eb. 1557, welches Werk viele Auflagen
und Übersetzungen in mehrere Sprachen erlebte. — Epistolae rne-
dicinaies, Prag 1561; 2.'Aufl., Lyon 1564. — Compendium
de piantis omnibus, de quibus >ci ipsit in commentariis ad
Diosc., mit Abbildungen, Venedig 1571, in mehreren Auflagen, die
letzte Frankfurt a. M. mit Anmerkungen von C a m e r a r i u s, endlich 0pe-
ra omnia, die vorzüglichsten von M.'s Werken enthaltend, Basel 1598.
4 Auflagen bis 1744.
Maydorf , einer von den 16 Zipser Kronfiecken Ungarns, süd-
westlich von Kesmark, mit 1,014 Einwohnern, einer kathol. Pfarre
und einer luth. Kirche. Erstere treiben einen ziemlich einträglichen Han-
del mit ihren eigenen Erzeugnissen, besonders mit Leinwand, welche
unter dem Nahmen: Zipser Hausleinwand, auf den Märkten guten Ab-
gang findet. Außerdem betreiben sie auch Flachsbau, Bierbrauern,
Essigsiederey, Branntweinbrennerey.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie