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Maximil ian v< lLste, Grzh. — Maximi l ian, Sct.
wurde er Coadjutor deS Erzstiftes Cöln und des BisthumsMünster,
und trat 1784 nach Absterben seines Vorfahren, Max. Friedrich
die Regierung an. Unter seiner Verwaltung hatten manche weise Ein-
richtungen Statt; er nahm zwar am Revolutionskriege, als Reichsfürst
Theil, begünstigte jedoch aus weiser Vorsicht die französischen Emigran-
ten nicht. 1794 wurde M. von den Franzosen verdrängt, er ging an-
fangs nach Mergentheim, dann im Frühjahre 1800 nach Wien;
starb im kaiserl. Lustschlosse zu H etzen dorf den 27. Iuly 1801, und
wurde zu Wien in der kaiserl. Gruft beygesetzt.
Maximil ian (Ios. I oh . Ambros Carl) .ron Este, königl.
Prinz von Ungarn und Böhmen, Erzherzog von Osterreich :c., Hoch-
meister des deutschen Ritter-Ordens im Kaiserthume Osterreich; k. k.
General-Feldzeugmeister und Inhaber des 2. Artillerie- und des In -
fanterie-Regimentes Hoch- und Deutschmeister, ist geboren den 14.
Iuly 1782, dritter Sohn des Erzherzogs Ferdinand von Oster-
reich (s. d.), widmete sich dem Militärstande; 1809 und 1814 befeh-
ligte er eine ö'sterr. Heeresabtheilung. In neuerer Zeit erwarb sich Erz-
herzog M. große Verdienste um die Befestigungskunst durch die nach
seinem Plane 1831 erbauten 32 Fortisicationsthürme an der Donau in
Oberösterreich, deren Tüchtigkeit und Zweckmäßigkeit sich bereits durch
vorgenommene Proben hinlänglich bewährt haben. — Nach dem am
2. April 1835 erfolgten Ableben des Erzherzogs Anton V ic tor wurde
am 22. April 1335 der Erzherzog M. (bisher Ritter des deutschen Ordens
und Landcomthur der ehemahligen Balley Franken) im Großcapitel zu
Wien in Folge des dem deutschen Ritter-Orden schon von weiland
Kaiser Franz I. und neuerdings von dem jetzt regierenden Kaiser Fer-
dinand I. bestätigten freyen Wahlrechts aus der Mitte der Ordens-
ritter zum Hoch- und Deutschmeister einmüthig erwählt.
Maximi l ian, Sct . , Bischof zu Lorch, wurde in der ersten
Hölfte des 3. Jahrhunderts zu C i l l y von christlichen Ältern aus einem
altrömischen Geschlechte geboren, die beträchtliche Güter besaßen. In
seinem 7. Jahre ward er dem Priester Oranius zur Erziehung und
wissenschaftlichen Bildung übergeben. Als er im 19. Jahre durch den
Tod seiner Ältern als einziger Erbe in den Besitz der väterlichen Güter
gelangte, schenkte er allen Sclaven die Freyheit mit einer Summe Gel-
des, um zu ihrem Unterhalte ein eigenes Geschäft anfangen zu können,
und begab sich nach einigen Jahren in die Gegend des heutigen Öster-
reichs, in die Stadt Lorch, die damahls von den Römern Laureacun»
genannt wurde. Hier blieb er längere Zeit und erwarb sich durch seine
Tugend überhaupt und insbesondere durch seine Wohlthätigkeit, Demuth,
Sanftmuth und Menschenfreundlichkeit die allgemeine Liebe der Chri-
sten , so, daß er nach dem Tode des dortigen Bischofs von der Priester-
schaft und dem Volke zum Bischöfe erwählt wurde. Seine Wahl wurde zu
Rom, wohin er in dieser Absicht reiste, vom Papste Sixrus I I . 257
bestätigt. Nachdem M. durch mehr als 20 Jahre auf diese Weise seinem Bis-
thume vorgestanden, sehnte er sich in seine Vaterstadt zurück, um seine
Mitbürger im Glauben zu stärken. Bey seiner Ankunft daselbst, war der
römische Prätor Eutasius eben beschäftigt, zum Sieg gegen die
Oesierr.Nat. Encyll. Vd. III.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie