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Mayenberg, dic Freyherren.— Mayer, Aloys tNich.
ken hatte sich M. die gerechtesten Ansprüche auf den Dank der Mit- und
Nachwelt erworben. Er unternahm auch 18N2 die Bildung und Ein-
richtung des ungarischen Taubstummen-Institutes zu Waitzen, und
erhielt dafür vom Kaiser Franz die grosie goldene Civil-Verdienstmedaille
an der goldenen Kette. 1819 wurde er auf sein wiederholtes Ansuchen
in den wohlverdienten Ruhestand gesetzt, und starb den 31. Oct. 1820.
Folgende Schriften erschienen im Drucke von ihm: Anleitung zum Un-
terrichte der Taubstummen nach der Lehrart des Hrn. Abbe de l'Epee
zu Paris, nebst einer Nachricht von dem k. k. Taubstummen-Institute in
Wien, 1. Thl. Wien 1792. — Erste Kenntnisse für Taubstumme, eb.
1793. ( Im Taubstummen-Institute als Lehrbuch vorgeschrieben.) —
A B C der Tonsprache. Auch verfaßte M. unter Aufsicht und Leitung
Gottfried's Freyh.van Swieten die deutsche Sprachlehre für Nor«
malschulen, und endlich mehrere Prüfungsprogramme nebst einigenIugend-
schriften moralischen Inhaltes. Er war auch Gründer der noch bestehen-
den geachteten deutschen Hauptschule auf dem Bauernmarkte in Wien.
Mayenberg, die Freyherren; Stammvater dieses verdienstvol-
len Adelsgeschlechtes ist Ioh . Georg Schmid, welcher rücksichtlich
seiner bey verschiedenen Gelegenheiten erprobten Verdienste und Aus-
zeichnungen 1687 von Kaiser Leopold I. in den deutschen Reichsadel-
stand und von Car l V I . 1714 in den Ritterstand des deutschen Reiches
und der sämmtlichen Erblander mit dem Titel: Edler Herr von und zu
Mayenberg erhoben wurde. Christoph Friedr. v> M. war
1703 niederösterr. Regierungsrath, 1724 niederösterr. Kanzler, und
erkaufte die Herrschaft Wi rm la im V. O. M. B. Ios. Ant< v. M.
war 1731 niederösterr. Regierungsrath, dann erster Appellationsrath,
und wurde in feinem Oreisenalter 1790 von Kaiser Leopold I I . für
sich und seine Nachkommen in den Reichs- und erbländischen Freyherrn-
stand mit besonderen Begünstigungen erhoben, und ihm zugleich ein
eigenes Wapen ertheilt. Ant. Ios. Freyh. v. M., dessen Sohn, war
1765 niederösterr. Regierungsrath, 1732 Verordneter der Ritterschaft der
niederösterr. Landschaft und hierauf immerwährender Ausschußrath der-
selben. Jetziger Standesherr ist dessen Sohn: Ios. Freyh. v. M. , ge-
boren 1775, niederösterr. Ritterstands-Verordneter, dann Beysitzer
der k. k. Commission zur Erhebung der Hauszinsertragnisse, k. k. Truchseß
und Mitglied der Landwirthschafts-Gesellschaft in Wien.
Mayenberg, Augustin Freyh. v., kaiserl. Reichshofrath,
wurde von Kaiser Leopold 1661 als Gesandter an den Czar P e-
terAlexis Micha e lo witsch nach Moskau abgesandt, benahm sich
dabey auf eine würdevolle Weise, und schrieb seine Bemerkungen in la«
teinischer Sprache nieder. Seine Reisebeschreibung führt den Titel: Iter
in Hloscoviam. Sie schildert mit großer Wahrheit die Sitten der Rus-
sen zu einer Zeit, wo sie noch in der Cultur sehr tief standen.
Mayer, Aloys Mich., war I766zu Wien geboren. Nachdem
er auf dem dasigen Universitats-Gymnasium die humanistischen Studien
vollendet batte , kam er auf Veranlassung seines Gönners, des da-
mahligen Präses der medicinischen Facultat und kaiserl. Leibarztes, Frey-.
Herrn v. S tä rk , als Gehülfe zu dem nicht minder als Augenarzt und
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie