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Medlin. — Medling.
6 Bande., jeder zu 4 Stücken erschienen waren, wurde sie als neue Folge,
und 1331 vom 10. Bande an als neueste Folge (Wien 8.) fortgesetzt
Gegenwärtig sind die k. k. Leibarzte: Staatsrath Freyh. v. S t i f f t , und
Hofrath v. Raimann die genannten Herausgeber. Die M . I . liefern
Verordnungen in Bezug auf das Studium der Heilkunde und auf das öffent-
liche Sanitatswesen; Beobachtungen und Abhandlungen aus dem Gebiethe
der Natur- und Heilkunde, der Chirurgie, Thierarzneykunde:c.; Literatur-
Berichte und Recensionen. Von der neuesten Folge sind bereits 3 Bände
heraus.
Mcdl in , I oh . Nep. , Prälat, Archidiacon, emeritirter Con-
sisiorialrath, Archivar und Domherr des Erzbisthums zu Prag, wurde
den 1. May 1759 zu Rado mischet, einem Städtchen des Prachiner
Kreisesgeboren, studirtedieHumaniora inB ö hmisch-K rummau, und
die Philosophie zu Olmütz in Mahren, worauf er 1780 in das Pra-
ger erzbischöst. Alumnat als Zögling aufgenommen, und 1782 zum Prie«
ster geweiht wurde. Er trat hierauf 1783 die Seelsorge, zuerst als Ca-
plan inEmaus, dann als Pfarrer zuUn ter - S l iw no im Bunzlauer
Kreise an, welchem Amte er bis 1807 vorstand, wo er zum Domherrn
und Prediger in der Metropolitankirche zu Prag gewählt wurde. Seine
Schriften in böhmischer Sprache sind: Postille, oder Erklärung aller
sonn- und festtaglichen Episteln und Evangelien das ganze Jahr hindurch,
2 Thle., Prag 1796. (Dieses Werk ist im folgenden Iabre ins Deut«
sche übersetzt worden.) — Leben unsers Herrn Jesu Christi und seiner
heiligen Jünger, aus den 4 Evangelisten gezogen, eb. 1303.
Medling (Mödl ing), niederösterr. landesfürstlicher Markt im
V. U. W. W., 2 Stunden von Wien in einer höchst malerischen Ge-
gend am Eingänge zur Br ie l (s. d.) mit 283 Häusern und beynahe
3,000 Einwohnern, welche sich nebst andern bürgert. Gewerben groß-
tentheils mit Wein- und Ackerbau beschäftigen. Hier ist ein eiaener Ma-
gistrat mit einem Landgerichte. Merkwürdige Gebäude sind hier: Die al-
terthümliche Pfarrkirche, die ihre Gründung noch aus den Zeiten der
Babenberger herschreibt und schon im 13. Jahrhunderte im Munde des
Volkes: Die grosie Pfarrkirche in Osterreich hieß. Sie ist dem heil. O tb-
mar geweiht, und enthält manches merkwürdige, antiquarische und hi-
storische Monument. Unter der Kirche befindet sich noch eine Capelle,
welche, so wie die auf ihr ruhende Pfarrkirche die Sage', gleich den
ahnlichen Gebäuden in dem nahen Bertholdsdorf (s. d.) von den
Tempelrittern herstammen läßt. Eben so zeigt man die hinter der Pfarr-
kirche in M. befindlichen Ruinen als Trümmer des Templer-Convcntes.
Historische Gewißheit gibt es jedoch über diesen Gegenstand nicht. Die
Kirche wurde in neueren Zeiten mit einem winzigen modernen Spitz-
thürmchen von Blech begabt, welche mit deren alterthümlichen und ehr-
würdigen Baue nicht sehr vortheilhaft übereinstimmt. Der eigent-
liche Glockenthurm steht isolirt der Kirche gegenüber. Noch weit alter-
thümlicher an Form und Bauart als die Pfarrkirche ist die St.Ägydien-
oder Soitalkirche, das älteste Denkmahl der Baukunst in M. Noch be-
funden sich daselbst das alte Nathhaus, Schrnnne genannt, eine Caser-
ne und ein recht artig gebautes und freundlich gelegenes Badhaus mit
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie