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schichre Österreichs, wovon der 1. Theil: Saugfthiere, der 2. Insecten,
ausgearbeitet sind, während zur Fortsetzung viel vorliegt.
Megiser, Acronymus, warin S t u t t g a r t um 1550 gebo-
ren. Sein Vater, H ieron y m usM., ein gelehrter Schulmann, sparre
nichts, um seinem talentvollen Sohne wissenschaftliche Bildung zu Theil
werden zu lassen. Das besonders auf der Universität zu Tüb ingen,
wo der berühmteR euch li n Lehrerwar, so sehr geförderte Studium der
lateinischen und griechischen Classiker war auch M.'s Lieblingsbemühung,
und sein Lehrer, Nicodemus Fr ischl ing, konnte ihm das ehren-
volle Zeugniß geben, M. habe schon in seiner Jugend Predigten ins
Griechische ln heroischen Versen übersetzt. — Viel mochten auf M. der
Charakter und die Schicksale seines Lehrers gewirkrchaben. Auch er folgte
dem Beyspiele seines Lehrers und dem immer allgemeiner werdenden An-
triebe, welcher eine Menge protestantischer Gottesgelehrten nach Inner«
österreich ;og, um dort an Schulen oder Kirchenkanzeln ihr Glück zu
machen. Bestens empfohlen, zugleich geschmeidig, nie vorlaut in seinen
Nlllgionsmeinnngen, einzig sich hingebend den Forschungen des Alter'
thumes, wozu er inKarnthen und Steyermark einen so überreichen Stoff
fand, hatte M. die ausgezeichnete Anstellung als Geschichtschreiber an
Erzherzog Carl's Hofe zu G rätz gefunden. Von hieraus unterhielte?
einen lebhaften Briefwechsel mit seinen alten Freunden in Tüb ingen,
besonders mit dem gelehrten Sprachkundigen Crusius (Gesandren
Kaiser Maximi l ian 's I I . an den Sultan), dem er noch den 24.
Jan. 1591 von Gratz aus schrieb, ein Beweis, daß er auch nach des
Erzherzogs Tode sich daselbst aufhielt. — Die Universität, welche Erz-
herzog Carl zu Gratz errichtete und den Jesuiten übergab, die da-
durch erfolgten Reibungen mit den Protestanten, die Reformen, welche
nach Carl's Tode die Landesadministratoren, die ErzherzogeErnst und
Maximi l ian vornahmen, endlich die Einladungen der kärnthnerischen
Stande veranlaßten es, daß M . , welcher von seinem Aufenthalte z.l
Gratz wenig mehr hoffte, nach Klagen für t zog, wo ihm die gänz-
liche Oberhand der Protestanten und der Schutz seiner Gönner ein öauer-
Haftes Glück versprachen. Da wurde er als Rector der Landesschule an-
gestellt. M.'s Verdienste um diese Schulanstalt schützten ihn nicht gegen
die damahligen durchgreifenden Maßregeln Ferdinand's I I - , welche
den Protestanten in Karnthen Schulen und Kirchen versperrten; da wal»
derte auch M. aus, und vertauschte bald das ihm feindselige Schicksal,
welches ihn einige Zeit herumtrieb, mir dem glücklichen Lose als churfürstlich-.
sächsischer Geschichtschreiber und Professor in L e i p z i g , welchen Posten er
bis an das Ende seines Lebens beybehielt, das er auf einer Reise nach
Österreich zu Linz 16l6 beschloß. — M.'s kärnthnerische Cbronik: An-
nal«s Cai-imliiae, 2 Bde. Leipzig 1603—12, ist ein Werk, wozu
ihm Got thard Chr istaln ik, früher Pastor in S t . Ve i t , dann
zu Hochosterwitz, ein gebornev Kärnr ner, Materialien und ein?
wirklich schon bearbeitete Geschichte von Körnchen lieferte. M. kam
von Leipzig auf den Ruf der Stände 1609 nach Karnthen, dlirch^
suchte die Archive, sammelte von allen Seiten Beyträge, und leate
dann, nach Hause zurückgekommen, Hand ans We^k. Öftere Geld.
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie