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629 Mehadia. — Meidinger, Carl Freyh. v.
Verlegenheiten, über welche er sich in den Briefen an seine Gönner, die
kärnthnerischen Stände, vielfaltig beklagte, und die ihm vom Hofe zu
Gratz zur Censur abgeforderten Manuscripte, verzögerten das Werk
der kärnthnerischen Chronik bis 1612. Sowohl für die AuflagederEhro-
nik, als der Landeshandfeste hatten ihm die Stände in mehreren Fristen
2,300 Gulden überschickt. Von der Landeshandfeste wurden 600 Exem-
plare aufgelegt. Von der Chronik kamen ebenfalls 600 Exemplare in
Druck. Außer dem Geldüberschusse blieben M. eine Anzahl Exemplare
zum eigenen Verkaufe. — M. machte sich durch seine Arbeiten so vor-
theilhaft bekannt, daß ihn F erdin an d I I . beauftragte, eine Stam-
mesableitung des österr.-Habsburgischen Hauses zu verfertigen. Auch er-
hielt er späterhin die Einladung zurHerausgabe der österr. O.uellenschrifr-
steller, von welchen aber nur Ennenkel's Fürstenbuch allein durch
ihn herauskam, indem ihn der Tod zu Linz viel zu früh ereilte.
Mehadia, Markt im walachisch-illyrischen Regimentsbezirke der
banatischen Militärgränze hat 1,650 meistens walach. Einwohner. Fer-
ner ist hier ein Salzoberamt, ein Postamt und ein Contumazhaus. An
dem Vorgebirge Strassig, an welches sich der Markt lehnt, sieht man
die Trümmer der sogenannten ungar. Kirche, welche zum Schlosse
Barkany gehört haben soll, und ober M. an der Belareka beginnt
das paradiesische, mit Garten und Feldern gesegnete Thal von M. Die
berühmten Bäder von M., Herkulesbäder genannt, liegen eine Stunde
östlich in dem romantischen, rings von malerischen Hohen umgebenen
Csernathale. Der Badeort besteht aus 25 Häusern, und hat einen 300
Schritt langen und 40 Schritt breiten Platz mit einem Springbrunnen.
Hier sind in Allem 9 benutzte und 13 unbenutzte Quellen von 29—43"
Warme. Das neueste und schönste dieser Bäder ist das in Tempelform er-
baute Carolinenbad mit 2 Gesellschafts- und 2 Extrabädern, dann folgt
das imposante palastahnliche Neugebäude, das Ludwigsbad, worin
1 allgemeines und 13 Extrabäder sind, der Cameraltract für Officiere
mit der Badekanzley; an der entgegengesetzten Seite an dem Wege,
welcher zum Ferdinandsbade und weiter hinab zum Augenbade führt,
sieht die Hauptwache, das Verwaltungsgebäude , das Traiteurhaus
und die Militärbarraken für badebedürftlge Soldaten, dann führt der
Weg an der Cserna zu dem sehr romantisch gelegenen Herkulesbade oder
Nauberbade, das aus einem allgemeinen und einem Extrabadebesteht, und
neben welchem 180 hölzerne Stufen zwischen Gesträuchen zur sogenann-
ten Räuberhöhle führen. Das Franzensbad ist das besuchteste. Zur Ba-
dezeit wimmelt es in M. von Curgasten aus der Türkey, Walachey,
aus Ungarn, Polen, Rußland und wohl auch Deutschland.
Carl Freyh. v.,
k. k. niederösterr. Landrechtbsecretär, Mitglied der Gesellschaft natur-
forschender Freunde in Ber! in , war geboren zu Trier den 1. May
1750. Nach vollendetem Studium der Humanioren beschäftigte sich M.
besonders mit den Naturwissenschaften, in deren Studium er bald die
größten Fortschritte machte, und selbst als geachteter Schriftsteller auf-
trat. Sein Lehrer in der Mineralogie war S c o p o l i , in der
K ä k d aber Iacquin. Auch üllternahm M- mchrcre Reisen
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie