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Heilkunde, aus den allgemeinsten Naturgesetzen gefolgert, eb. 1832.
— Chemische Äquivalenten- oder Atomenlehre, 2 Bde. eb. 1834. —
Neues System der Chemie, zum Leitfaden eines geregelten Studiums
dieser Wissenschaft bearbeitet (in 3 Bänden), 1. Bd. eb. 1835. Er
erfand auch 2 Theilungsinstrumente für gerade Linien, die auf Befehl
des Kaisers Franz ausgeführt, und zu Jedermanns Einsicht in einem
besonderen Zimmer des polytechnischen Institutes aufgestellt wurden.
Melas, Mich. Freyh. v. / General der Cavallerie, Inhaber des
Dragoner - Regiments Nr. 6, Commandeur des Maria Theresien-Ordens/
stammte ausMahren, wurde 1730 geboren und focht zuerst im siebenjährigen
Kriege, wo er Adjutant des Feldmarschalls D a u n war. 1793—94 wurde
er als Generalmajor, dann als Feldmarschall-Lieutenant an der Sam-
bre und im Trier'schen angestellt, ging 1795 zur Rheinarmee, undim
März 1796 zu der Armee in Italien, deren Obercommando er im Iuny
einstweilen übernahm, dann diente er unter verschiedenen Oberfeldherren.
Als Anführer der österr. Armee, die 1799 unter Suwarow agirte,
unterstützte er denselben kräftig, und verfolgte die Vortheile, mit denen
General K r a y vor seiner Ankunft den Feldzug eröffnet hatte. Vor-
züglichen Ruhm erwarb ihm die Schlacht bey Cassano, in deren Folge
er sich mit Organisation der Lombardie beschäftigt?, die Schlacht an der T r e-
bia, und vornehmlich die bey Novi. Nachdem Suwarow sich ge-
gen Massena in die Schweiz gewendet hatte, commandirte M. die
österr. Armee von 60,000 Mann, mit denen er den 3. Nov. den Ge-
neral Champion net bey Imo la schlug, wodurch die Franzosen
den Platz Coni verloren. Dagegen war er in dem Feldzuge 1300 unglück-
lich. Nachdem er das schwache Heer der Franzosen unter Massena
zurückgeschlagen hatte, verlor er viel Zeit vor G«nua, wahrend der
damahlige Consul Bonaparte über die Alpen ging, seine Colonnen
sammelte und in der Ebene ausbreitete, die österreichischen Magazine
aufhob, und endlich ihn von aller Verbindung mit Osterreich abschnitt.
M. griff darauf, mehr durch den Mangel an Lebensmitteln, als durch
seine Stellung genöthigt, die Franzosen den 16. Iuny bey Mareng o
heftig an, verlor aber diese berühmte Schlacht (s. d.) und alle Hoffnung
zum Rückzüge. Um dem gewissen Untergange seiner Armee zuvorzukom-
men, sah er sich genöthigt, eine Capirulation zu unterzeichnen, die
der einer belagerten Festungsgarnison glich; seine Truppen zogen sich in
3 Colonnen hinter Mantua zurück, alle Festungen von der franzö-
sischen Gränze bis dahin wurden den Franzosen eingeräumt, und man
kam über einen Waffenstillstand überein, um wahrend desselben Frie-
densvorschläge nach Wien zu senden. M. verließ darauf die Armee,
wurde zum Commandirenden von Böhmen ernannt, und starb zu Elbe-
Teinitz in Böhmen den 3l. May 1806.
Meleda, eine der elaphitischen (Hirsch-) Inseln des adriatischen
Meeres, zum Kreise Ragusa Dalmatiens gehörig, mit vielen nackten
Bergen, 15 größern und bis^I0 kleineren Thalern. Sie hat über 900
Einw., die sich größtenteils mit Weinbau und Brannrweinbrennerey
beschäftigen; auch etwas Ohl, Holz, Wolle und Käse werden hier ge-
wonnen. Hauptort ist der Flecken Babinopogl ie, in dessen Nahe
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie