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cy ließ ihn für den General-Quartiermeisterstab vormerken, zu wel-
chem er auch Anfangs 1790 als Major bey der Armee des Feldmarschalls
Loudon in Mähren befördert, und unmittelbar angestellt wurde,
nachdem er dem zweyten türkischen Feldzuge in dessen Regimente beyge-
wohnt hatte, und von seinem. Obersten stets zu wichtigen Unternehmun-
gen verwendet worden war. Nach der Dampfung der Insurrection in
den Niederlanden, bey welcher er gleichfalls seine Einsicht bewies, er-
hielt er 1791 die Erlaubniß, durch ein Jahr sein Noviziat im deutschen
Orden zuBonn zu machen, bis der hierauf begonnene Revolutions-
krieg seine militärischen Talente aufs Neue in Anspruch nahm. Ganz
vorzüglich trug er zum Gewinn der großen Schlacht bey Neerwin-
ben bey (13. März 1793), wo er an der Spitze zweyer Grenadier-
Bataillons eine vordringende Colonne auf den feindlichen linken Flügel
zurückwarf. Er wurde mit der Nachricht von der gewonnenen Schlacht
an den Kaiser nach Wien geschickt, und zum Oberstlieutenant im Ge-
nerat-Quartiermeisterstabe befördert. Bald nachher erbath sich der Her-
zog von Vork den Grafen von M„ nebst einigen Officieren seines
Corps, und der Graf erwarb sich bey allen Gelegenheiten, wo er
(besonders in der Schlacht von F a m a rs , und während der Bela-
gerung von V alenciennes) bey der englisch-hannoveranischen Ar-
mee Dienste that, die Zufriedenheit beyder Heerführer in einem hohen
Grade. Nicht minder rühmlich zeichnete er sich in dem Feldzuge 1794
aus, vorzüglich bey dem Angriff der vor Landrecy aufgestellten feind-
lichen Armee, und insbesondere in der Schlacht am 22. April, wo ihm
die Vertheidigungs - Direction des rechten Flügels anvertraut war,
die er mit großer Klugheit und Standhaftigkeit führte. Zum Lohne sei-
nes einsichtsvollen Benehmens ward er auf dem Schlachtfelde zum Ober-
sten im Corps, und kurz darauf zum Theresien-Ordensritter ernannt.
Auch in der Schlacht bey Tournay erwarb sich M. neue große Ver-
dienste. — Seine durch so große bedeutende Anstrengungen geschwächte
Gesundheit gestattete ihm jedoch nicht länger an dem beschwerlichen
Dienste dieses Corps Theil zu nehmen. Nach einem kurzen Übertritt
zum Chevauxlegers-Regimente Karaczay, wurde M. 1796 Gene-
ralmajor, und erhielt für seine ausgezeichnete Verwendung in diesem
thatenreichen Feldzuge in Deutschland, 1797 ein Uhlanen-Regiment.
In demselben Jahre erhielt er auch den wichtigen Auftrag, als Mitbe-
vollmächtigter den Unterhandlungen zu Cam p o-Formio beyzuwoh-
nen, wo er den Friedens-Tractat mit unterzeichnete. — Nach wieder
ausgebrochenem Kriege zeichnete er sich bey Of fenburg im Iuny
1799 aus. Im Herbste hierauf zum Feldmarschall ^Lieutenant befördert,
schloß er mit Moreau den Waffenstillstand bey Kremsmünster. —
Eine kurze diplomatische Sendung nach Be r l i n Anfangs 1305 ge-
stattete ihm dennoch, das Commando über eine Heeresabtheilung bey
Braun au zu übernehmen, mit welcher er aber einem zu überlegenen
Feinde gegenüber, den Rückzug antreten mußte. Bald darauf wurde
er nach Petersburg gesandt, und daselbst zum k. t. Bothschafter
ernannt. Er bekleidete diesen wichtigen Posten durch mehr als 2 Jahre,
und erhielt die geheime Rathswürde. 1303 wieder als Divisionär in
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie