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Messerschmiedarbeiten.
unter welchen sich auch sein eignes Bildnis;, höhnisch lächelnd be-
findet. Diese Sammlung ging nach dem Tode des Künstlers durch ver-
schiedene Hände. Zuerst kaufte sie der jüdische Großhändler Baruch,
welcher sie in der Folge an einen polnischen Juden und dieser wieder an
einen Privatmann verpfändete. Letzterer ließ sie bereits vor 23 Jahren
im Prater öffentlich für Geld sehen. Nach verschiedenen Schicksalen ist
diese Sammlung gegenwärtig im Besitze Joseph Iüt tner 's , Inha-
bers deS allgemeinen Auskunft-Comptoirs in Wien (s. d.), der sie 1835
im Saale zur Mehlgrube öffentlich sehen ließ.
Mefserschmiedarbeiten. Die Anzahl der Messer, und Scheren-
schmiede ist im österr. Staate sehr groß, und mehrere Provinzen mögen
dieses Gewerbe schon seit Jahrhunderten betreiben. Viele einzelne Arbei-
ter haben es hierin auch zu einer hohen Stufe der Vollkommenheit ge-
bracht, wiewohl man im Allgemeinen noch immer den englischen Schneide«
waaren den Vorzug vor allen übrigen einräumt. Indessen gibt es auch
im Inlands Arbeiter, welche fast eben so gute und schöne Messer und
Scheren verfertigen, wie in England. Die gemeinen Messerschmied»
waaren werden am hausigsten und besten im Traunkreise des Landes ob
der Enns gemacht, wo noch vor Kurzem 300 Messerschmiede gezählt
wurden. Im Lande unter der Enns hat Wien die besten Messer,
schmiede, welche sehr schöne und feine Waaren erzeugen. Der verstor-
bene Messerschmied S ch a l i tz hat wesentlich zur Verbesserung der
M. in Wien beygetragen. Die Anzahl der Messerschmiede betragt
in der Hauptstadt mit Einschluß der zu ihnen gehörigen Zeugschmie-
de und Feilhauer über Hundert. Die vorzüglichsten Messerschmiede
Wien's sind: Ant. Grüner , Franz Gat ter , Franz Klin«
genbrunner, Michael Koch, Carl Neu hauser, Ios. Stei-
ner, I oh . Mat th . S t i e r l i n und Ios. Z im^ermann. —
In Herrn als ist eine k. k. privil. Eisen-und Stahlwaarenfabrik, in
Piesting eine k. k. privil. Eisen- und Stahlwaarenfabrik, welche
nebst allen anderen Gattungen Eisenwaaren auch Schneidewaaren aus
Stahl, vorzüglich Messer und Scheren der feinsten Art , Kartoffel«
Augenausstecher, Baum - und Rebenringler und feine Schafscheren
nach englischer Art und von vorzüglicher Güte erzeugt. Baden nächst
Wien hat zwey Messerschmiede, deren ausgezeichnet feine und gute
Rasirmesser, Gartenmesser und Scheren selbst im Auslande bekannt
sind. In der Klinzenfabril zu Pottenstein werden ebenfalls Mes-
ser, Gabeln zc. erzeugt. — Steyer markhat mehrere Messerschmiede,
unter welchen Pichle r in Grätz, welcher feine Arbeiten nach eng-
lischer Art, auch aus Gußstahl verfertiget, als einer der besseren ge-
nannt wird. — Ty ro l hat zwar nicht viele Messerschmiede, doch werden
imThale Stubay zuFulpmes, besonders vonPfurtscheller u. a. ziem-
lich gute Messer, Werkzeuge:c. gemacht, die M. aus Bregenz und
Altenstadt sind aber nur gemeinerer Art. — Stärker wird dieser Fabri-
kationszweig inBöh men betrieben, und hier sind es die Messerschmied-
zunft in Car lsbad, die Fabriken zu N i rdor f , in Beraun, in
Budweis , welche mit Auszeichnung genannt zu werden verdienen.
Eines der merkwürdigsten Etablissements in der Monarchie ist die 1790
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie