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K56 Metternich, Clem. Wenzel Lothar, Fürst v.
sowohl auf dem Felde des Krieges, als auf jenem des Friedens aufzu«
treten. — Die letzten Wintermonathe nach dem Feldzuge von 1812 be«
nützte Napoleon zur Sammlung neuer Kräfte, um den Krieg fort-
zusetzen. Osterreich erklärte sich als vermittelnde Macht. Dessen Heer
sing an sich in Böhmen zu sammeln. Der Feldzug 1813 begann. Den
29. May traf die Kunde des Resultats der Schlacht von Bautzen zu
Wien ein. Am 1. Iuny verließ der Kaiser die Hauptstadt, und ver-
fügte sich, in Begleitung M.'s nach Gitschin, als dem Centralpul.ct
des Heeres. Wenige Tage nachher verfügte sich M. nach Opotschna,
auf der böhmisch-schlesischen Gränze zu einer Zusammenkunft mit dem
russischen Monarchen. Ihre Folge war die Anerkennung der österr. be-
waffneten Mediation von Seite der verbündeten Höfe Rußlands und
Preußens Bey seiner Rückkunft Nach Gitschin fand M. eine Einla-
dung Napoleon's, sich zu ihm nach Dresden zu verfügen. Er traf
daselbst am 25. Iuny ein, und unterzeichnete am 30. Iuny eine Con«
vention, vermög welcher Frankreich ebenfalls die bewaffnete Mediation
Österreichs anerkannte, Prag, als der Ort der zu eröffnenden Ver,
Handlungen, und deren peremtorischer Termin auf den 10. Ang. festge-
setzt und zugleich der am 20. Iuly zu Ende gehende Waffenstillstand zwi-
schen den kriegführenden Mächten bis zu jenem peremtorischen Termin ver«
längert wurde. — Die Bevollmächtigten der Höfe versammelten sich zu
Prag; der Kaiser übertrug M. das Geschäft der Mediation. Als mit
dem peremtorischen Termitt das Friedensgeschäft nicht einmahl begonnen
batte, indem Napoleon seine Bevollmächtigten fortwährend ohne alle
Instructionen ließ und die ersten nicht eher als am 12. Aug. zu Prag
anlangten, unterfertigte M. in der Nacht vom 10. auf den 11. Aug.
die Kriegserklärung gegen Frankreich. Auf telegraphische Zeichen über-
schritten noch am selben Morgen die russischen und preußischen Heere die
böhmisch-schlesische Gränze; der Kaiser von Rußland und der König von
Preußen vereinigten sich mit dem Kaiser Franz zu Prag und errichteten
am I.Sept. ihrgemeinschaftliches HauptquartierzuTeplitz, woM. am
9. Dec. die Quadrupel-Allianz zwischen Osterreich, Rußland, Eng'
land und Preußen, im Nahmen seines Monarchen unterzeichnete. —
Bald nachher wurde auch der zu Ried mit Bayern abgeschlossene Trac-
tat ratificirt. — Stets im Gefolge des Kaisers, bezeichnen die Orte
Frankfurt , Freyburg, Basel , Langres und Chaumont
die größte diplomatische Thätigkeit M.'s. In der ersteren dieser Städte
wurden die Verträge des aufgelösten Rheinbundes unterzeichnet, und
die bekannten Erklärungen vom 1. Dec. an Frankreich erlassen. Zu
Frey bürg wurde das Neutralitäts-Verhältniß der Schweiz aufgeho-
ben; zu Basel hatte sich im Jan. 1814 der großbritannische, erste
Staatssecretär öord Castlereagh mit den Cabineten der
Continental-s
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Mächte vereinigt; zu Langreo wurde der femere Feldzug, dessen
Fotge und Zweck unter den Mächten festgestellt; zu Chaumon t end-
lich der Tractat der Quadrupel-Allianz unterm 1. März ausgefertigt.
Während des Congresses zu Cha t i l l on leitete M. die Verhandlungen
in dem Hauptquartier des Kaisers. Als im Frühjahre 18l4 die verbüß
dcten Heere durch den Marsch Napo leons von S l . D i z i e r gegen
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie