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660 Metternich, Franz Georg, Fürst o.
Gebrüder Giolito, l542, auf Pergament, mit gemalten Bildnissen.
Der Eintritt wird nur auf besondere Erlaubniß gestattet.
Metternich-rvinneburg, Franz Georg Fürst v., Fürst
zu Ochsenhausen ;c., Ritter des goldenen Vließes, Großkreuz des
St. Stephan-Ordens, k. k. geh. Rath, Staats- und Conferenzmini-
ster, 'Vater des Fürsten C^em ens Wenzel Lothar v. M . , war ge-
boren zu Coblenz am 2. März 1746. Er verlor seinen Vater, I oh
Hugo Franz Grafen v. M?., churmainzischen Erbkämmerer und geh.
Rath, auch churtrierischen geh. Rath und Oberamtmann zu Cochem,
Ulmen und D h a u n , am 24. März 1750, und ward unter Vor-
mundschaft des damahligen Churfürsten von T r i e r , Johann Phi-
l i pp , aus dem freyherrlichen Geschlechte von Walderdor f , ge-
stellt. — Seine erste Erziehung genoß er in Tr ie r , vollendete dann
seine Studien auf der Universität zu M a i n z , und widmete sich hier«
auf mit dem ausgezeichnetsten Erfolge der reichsgerichtlichen Prans, in
Wetzlar, Regensburg und Wien. Er trat in churtriersche Staats-
dienste und wurde 1763, als Clemens Wenze l , kön. Prinz von
Polen, Herzog von Sachsen, nach I oh a n n P hi lipp's Tode, zum
Churfürsten von Tr ier erwählt worden war, mit der Nachricht von
dieser Wahlfach Wien gesandt, und zugleich am dortigen Hoflage»
als churtrierischer Gesandter accreditirt. — In dieser Eigenschaft ver-
weilte er in Wien bis gegen das Ende 1769, wo er zum Staalsrach
und Conferenzminister in auswärtigen Geschäften am churtrierischen Hofe
ernannt und von seinem bisherigen Posten abgerufen wurde. Gleich
im nächstfolgenden Jahre ward er jedoch abermahls als churtrierischer
Gesandter am kaiserl. Hofe beglaubigt. — Nachdem er biesen Posten
neuerdings über 4 Jahre auf das rühmlichste bekleidet hatte, ver-
tauschte er 1774 aus Vorliebe zu dem österreichischen Kaiserhause,
in dessen Erbstaaten die M.'sche Familie seit Anfang des 18. Jahr«
Hunderts begütert war, und bereits 1716 das böhmische Incolat er,
halten hatte, die churtrierischen Dienste mit den kaiserlichen, und
wurde am 28. Febr. 1774 als k. k. Minister an den Churhöfen von
Tr ier und Cöln accreditirt. — 1776 wurde er auch zum k. k. Mini«
ster am niederrheinisch-westphälischen Kreise ernannt, und 2 Jahre spa-
rer als k. k. Gesandter am churmainzischen Hofe beglaubigt. 1780 wur-
de ihm die Stelle eines k. k. Commissars bey der Coadjutorswahl für
Cöln und Münster übertragen. In diesem Jahre erhielt er zur Be-
lohnung seiner mannigfaltigen Verdienste das Großkreuz des St. Stephan-
Ordens. — Nach dem Regierungsantritte Joseph's I I . kehrte M. wie-
der auf seinen Gesandtschaftsposten am Rheine zurück, von dem jedoch,
da sich der Kreis der Geschäfte immer mehr erweiterte, 1785 der Posten
am churmainzischen Hofe getrennt wurde. Der Aufenthalt M.'s am
Rheine ward, nachdem, am 20. Febr. 1790 erfolgten, Tode Kaiser Jo-
seph's I I . , durch seine Ernennung zum zweyten cbuvböhmischen Wadl-
bothschafter bey der bevorstehenden Kaiserwahl in Frankfur t unterbro-
chen. Nach beendigter Wahl lehne er wieder auf seinen Gesandtschafts-
posten nach Coblenz zurück. Kaiser Leop o ld l i . übertrug ihm l791
die Stelle eines k. k. Ministers in den österr. Niederlanden. Der Zeit-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie