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580 """' Schöngrabern. — Schönlcben.
mit vollkommener anatomischer Richtigkeit verfertigt und fleißig email-
lirt. Am Nasenbein offner sich derselbe und zeigt ein auf einem Hermelin-
Mantel ruhendes Gerippe von Z- Zoll Länge mit gekreuzten Händen und
Füßen und eine Sanduhr unter dem Kopf, im Innern des durch die
Hirnschale gebildeten Deckels ist eine Blume mit 3 blauen und 2 rothen
Blättern gemalt. Die ganze Arbeit, besonders das Gerippe, zeigt unge-
meine Vollendung, und das Mystische, welches in dsr Sache selbst liegt,
und in der Stellung und Auszierung des Ganzen obwaltet, konnte leicht
zu der verzeihlichen Vermuthung führen, dieser kleine Schädel gehöre in
die Reihe der Baphomete und sey von irgend einem kunstreichen Bru-
der des Templerordens mit unbekannten Werkzeugen gearbeitet; wenig,
siens hat die neuere Zeit in solck' fein ausgeführter und dabey richtig ge-
zeichneter Metallarbeit nichts Ähnliches aufzuweisen: Die größte Zierde
dieser Sammlung und eines der ältesten und seltensten Stücke aber ist
das Orginal-Manuscript der bekannten gedruckten Lidlia ^auperum.
Dieses kostbareManuscript/wahrscheinlich aus dem 9., 10. oder höchstens I I.
Jahrhundert enthält die bewundernswürdigsten Handzeichnungen auf
Pergament, welche später beym Druck der Bibel in Holz nachgeschnitten
wurden; es befand sich ebenfalls in der Rudolphinischen Sammlung. Die
Zahl der HauptnummerN dieses Museums ist 299 mit ungefähr 50,000
einzelnen Nummern, unter welchen mehr als 13,500 Kupferstiche, 3,0(10
Holzschnitte, 1,700 Handzeichnungen, 4,500 Gold-, Silber^ und Ku-
pfermünzen, 300 Ohlgemälde, 1,600 Bücher und Handschriften, eine
bedeutende Menge Fabrikate und Producte aller Art sind. Sehr reich-
haltig und merkwürdig ist das ebenfalls von Schönfeld gegründete di-
plomatisch-heraldische Adelsarchiv. Es besteht aus einer beträchtlichen
Sammlung genealogisch - heraldischer Urkunden.
Schöngrabern, niederösterr. Markt im V. U. M. B., mit 854
Einwohnern. Die auf einer Anhöhe gelegeneKirche ist sehr alt und wurde
nach den in ihr befindlichen Gebilden für ein Monument der Templer
gehalten. 1305 fiel hier zwischen den Franzosen und Russen ein Treffen
zum Nachtheile der Lebtern vor.
Schönleben, Ioh. Ludw., wurde geboren 1613. Sein Va-
ter Ludw. S. war von 1648—54 Bürgermeister zu Laib ach, und
Stadthauptmann. Der Sohn I o h. Ludw. war Domdechant zu Lai-
bach, später Erzpriester zu Reifnitz. In seinem hohen Alcer lebte er
in Laib ach als Privatmann, wo er 1631 starb. S. gehört zu den tief-
gelehrten Historikern über das Herzogthum Kram. Die Anzahl seiner
gedruckren Werke belauft sich auf 33, worunter auszuzeichnen sind:
Betrachtungen vom Gebeth Christi, Salzburg 1663. — 1)6 immaca-
l a t a ( ^ o n c e ^ t i o n e V e a t a e V i i ' ß i n i 8 D e i ^ a i - a o , e b . 1 6 7 0 . — ^ o n a
i I
NUM6N ^jui-6 28861-wln, eb. 1674.
et vom. ä« (^NenkLrg, Laibach 1630. ß
lia« I5.om. ^Irgilla« , eb. 1680. — Diä^i-taNo ^ol^mica 6
i ^ t Dom. Haköbui'^icat;, ed. 1630. — ( ^ l i
. et öulon. ad ^.uelsperg, eb. 1631. —
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe N-Sed, Volume 4
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe N-Sed
- Volume
- 4
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 660
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie