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Sillein. — Simmering. 53
— Das Commumonbuch, eb. 1830. — Xempis opei-a omnia, eb.
1634. — Geistliche Schatzkammer, eb. 1335. Auch lieferte S. Auf-
sätze in verschiedene Zeitschriften, sehr viele in die Ühlzweige. Die An-
zahl seiner sämmtlichen Schriften sowohl mit als ohne seinen Nahmen,
belauft sich bis jetzt über 120 Bände.
Sillein (Solna), ungar. Marktflecken im Trencsiner Comitat,
auf einer Anhöhe am linken Ufer der Waag, ein alter, von einer Mauer
umschlossener und mit Laubgängen versehener Ort, mit einem regelmä-
ßigen Platze und 2,340 Einw., welche Feld- und Gartenbau treiben,
gutes Bier brauen und mit Leinwand und Wein handeln. Außer einem
von Franciscanern versehenen Gymnasium besteht hier noch eine katholi-
sche Hauptschule. Einst war S. ein Hauvwrt der ungar. Protestanten,
jetzt aber hält sich hier kein einziger Protestant auf.
Simänd, ungar. Marüfiecken im Arader Comitat, mit 4,900
Einw., welche viel Branntwein brennen, einer griechischen und einer
katholischen Kirche und einer Synagoge. Einst wurde dieser Ort wegen
seiner krüpvelhaften Bewohner „der Krüppeistaar" genannt.
Simbrecht (Czymbrechr, Zimbrccht), Mathias, talent-
voller Maler> ist zu München geboren, befand sich 1667 in Prag.
Er starb 1680 an der Pest. Was seinen Kur.stcharakter betrifft, so stu-
dute er alles nach der Name; auch vereinigte er damit das Angenehme
und Frische in Farben. Daher sind seine Stücke mit vielem Fleiße und
einem zarten Pinsel ausgeführt. In dem Faltenwurfe, obschon er die
Natur auch hier meist zu Rathe zog, befolgre er in oerWahl mehr die leichte
griechische Draperie. Seine Arbeiten sind in den Zusammensetzungen,
in der Zeichnung und Ausführung ziemlich gesucht, und mehr ange-
nehm und gefällig, als genial. Von seinen Werken sind bemerkenswerth:
Das Hochaltarblatt in der Pfarrkirche zu St. Stephan in der Neustadt
Prag's, welches die Steinigung des heil. Stephan vorstellt. —
Heil. Barbara in der Capelle bey St. Heinrich in der Neustadt
Prag's, ein Altarblatt. — Ein großes Altarblatt in der Kirche zu
Nla-lH da Viowlia bey den unbeschuhten Carmelitern auf der Klein-
seite Prag's, die Heiligen des Carmeliter-Ordens und Maria in
der Glorie vorstellend. — 2 Altarblatter in der Hiberner Kirche in
die Neustadt Prag's, die Geschichte der Mutter Gottes vorstellend.
Dermahlen werden diese in der Gallerze der Kunstfreunde in Prag auf-
bewahrt.
Simmering, großes niederösterr. Dorf im V. U. W. W., Z
Stunde südöstlich "von Wien, auf der sogenannten Simmeringer Heide,
mit 2,400 Einwohnern. Das hiesige Brauhaus ist eines der stärksten um
Wien; außerdem besteht hier eine Ledergerberey nach englischer Art
und eine Fabrik chemischer Waaren. Auf der Heide zwischen dem Orte
und dem Donaucanale finden jährlich die Simmeringer Pferdewettrennen
Statt. Auf dieser Heide wurden in früherer Zeit die türkischen Groß-
bothschafter empfangen; jetzt dient sie im Herbste als Übungsplatz für die
k. k. Artillerie, daher sich dort die Depots und Laboratorien, die Batte-
rien, Rstvelins, Kugelfänge ec. der Artillerie befinden.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Volume 5
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe See-V
- Volume
- 5
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 604
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie