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Slavonien. II. Geographie und Statistik.
rett/ da sie dem Blicke nicht etwa eine dürre, unfruchtbare Sandheide,
sondern eine bewässerte, mit Feldern, Wiesen und Wpldern angenehm
abwechselnde Fläche darstellen. Überhaupt ist der mittlere Theil des Law
des, von derIllowa bis an die Donau unterhalb Vukovar , und dann
die nördliche Hälfte Sirmiens fast ganz gebirgig; wenn man nähmlich
die Mitte von dem untern Theile der Poseganer Oespanschaft aus»
nimmt, welcher aus einer mit hohen Bergen umschlossenen Ebene be-
steht; der größere nördliche Theil der Veroczer Gespanschaft hinge«
gen, den die Donau bespült, ist eben. S. hat, im Ganzen genom,
men, ein fettes und sehr fruchtbares Erdreich. Besonders ist der Boden
in den stachen Gegenden der Save und Drave, so wie in der Mine
des Landes , in dem sogenannten Poseganer Thale, so gut, daß er
alle Feld- und Gartenfrüchte ohne besondere Mühe und Arbeit nicht
nur überflüssig und reichlich, sondern auch von einer ausgezeichneten
Güte hervorbringt. Der größte Theil des Erdreiches im stachen Lan.de
besteht aus einer fruchtbaren Mischung von Lehm und schwarzer Gar-
tenerde; vorzüglich aber zeichnet sich der 56oden der Niederungen an
den Flüssen durch seine große Fruchtbarkeit aus, der durch die öfte.n
Überschwemmungen der Save, Drave, Donau :c. einen Überzug der
fettesten und fruchtbarsten Dammerde enthalt. Der unfruchtbarste Theil
S.'s ist der weiße Boden in dem Gebirge, weil hier die obere tragbare
Erdschichte, unter welcher weißer unfruchtbarer Thonmergel liegt, schon
großentheils fehlt, und durch keine Cultur ersetzt wird. Dagegen sind
alle übrigen Landesstriche, welche mit Anhöhen und Hügeln besäet sind,
fast eben so fruchtbar, als der flache Boden, der sich an der Save/
Donau und Drave verbreitet. — S. liegt zwar in einem gemäßigten
Himmelsstriche, doch ist hier die Luft sehr verschieden. Mitten im Lande/
zwischen den Gebirgen ist sie heiter, rein und gesund, aber längs den
3 Hauptströmen durch die meiste Zeit des Jahres höchst ungesund, weil
diese Flüsse öfters austreten, das fiache Land weit und breit überschwem-
men, und große Moräste zurücklassen, welche faule Ausdünstungen
verursachen. Eben so verschieden ist in S. auch die Witterung, ob sie
gleich überhaupt genommen, viel gelinder, als z. B. in dem benachbar-
ten Croatien und in Deutschland ist. In den Ebenen, besonders in dem
stachen Theile Sirmiens, fängt der Frühling schon im Februar an; im
Gebirge etwas später. So nimme auch die Ernte schon im Iuny ihren
Anfang, während der Herbst gewöhnlich bis nach Allerheiligen dauert.
Die größte Kälte pflegt um das Neujahr einzutreten. Im Gebirge ist
zwar der Winter so strenge, als in Deutschland; er dauert aber sel-
ten über 2 Monathe. Gewitter aus Westen und Süden führen oft
Schlossen und H.'gel mit sich, welchen besonders die obere Gegend S.'s
wegen der Nähe der bosnischen und croatischen Gebirge und der Save
sehr ausgesetzt ist. — S. hat eine große Menge fließender und stehender
Gewässer; 5enn außerdem, daß e.s von den Hauptströmen der be-
nachbarten Provinzen bespült wird, geben auch die Berge in der Mitte
des Landes vielen Bächen und Flüssen den Ursprung, während die sta-
chen und niedrigen Gegenden an den großen Flüssen S.'s viele stehende
Wässer veranlassen. Zu den größten Flüssen: S.'s gehören die Save,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Volume 5
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe See-V
- Volume
- 5
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 604
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie