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S n i a t y n . — S o k o l n i y . 67
sorgten. So kam er durch die Gunst des Grafen Nottenhann in die
Dienste des GrafenCz ern in mit ansehnlichem Gehalte, wo er häusig Ge-
legenheit fand, sich auszuzeichnen. Fürst L am b e rg in W ien gab ihm
die Stelle eines Concertmeisters mit noch größerem Gehalte. Kaiser
Joseph, als er ihn einmahl bey diesem Fürsten spielen hörte, schenkte
ihm seinen Beyfall, und ernannte ihn gleich zum k. k. Hofvioloncelli-
sten. So blieb S. bis zum Ausbruche des Türkenkriegs, worauf er, wie
mehrere Andere, aus dem Dienste des Kaisers entlassen wurde. Der
große Beförderer und Beschützer der Künste Fürst Kaunitz aber nahm
ihn in seinen Schutz, und verschaffte ihm kaiserliche Erlaubniß, eine
musikalische Reise ins Ausland machen zu dürfen. Er trat sie 1788 an,
und kam mit einem seiner Freunde, ebenfalls einem Virtuosen, Ioh.
Tost, zu seinem Vater nach La'un, wo dieser als k. k. Zolleinneh-
mer angestellt lebte. Hier ließen sich beyde auf ihren Instrumenten mit
vielem Beyfalle hören; dann besuchte er Brüssel, wo er sich ganze
6 Monathe am Hofe des Prinzen Albrecht von Sachsen aufhielt.
Er begab sich nun nach Paris. Hier blieb er bis 1792, und reiste nach
London, wo er den 28. April 1793 in einem Alter von 27 Jahren
starb.
Sniatyn,galiz. Municipalstadt an der östlichen Gränze des Kolo-
meaer Kreises, am linken Ufer des Pruth, in einer schönen Ebene gele-
gen, zählt in 1,129 Häusern 6,420 Einwohner, worunter es viele
Armenier gibt, welche Handel treiben und hier eine eigene Kirche haben.
Sobleski, Johann, s. Johann I I I . , Sobieski.
Sobieslau, böhm. Stadt im Pudweiser Kreise, an der Lusch-
nitz, mit 2,600 Einwohnern; ehemahls befanden sich hier berühmte la-
teinische Schulen der Picardiren.
Sohler Gespanschaft, in Ungarn, gränzt an die Liptauer,
Thuroczer, Parser, Honther, Neograder und Gömörer Gespanschaft,
und nimmt einen Erdraum von 5 0 ^ geogr. Q. M. ein, worauf5 kö-
nigliche freye Bergstädte, 7 Märkte und 154 Dörfer mit 68,600 Ein-
wohnern gezählt werden. Juden dürfen sich in diesem Comitat, wo der
Bergbau ein Hauptgewerde der Bewohner ist, nicht aufhalten. Die
Einwohner sind größtentheils Slowaken, die sich außer der Mineralien-
gewinnung mit einigen landwirthschaftlichen Zweigen, vorzüglich der
Hornvieh- und Schafzucht, dann einigen Kunstgewerben, sonst aber
mit dem Handel und Fuhrwesen beschäftigen, und dabey ih^en Unter-
halt verdienen. Der Ackerbau ist wenig durch Clima und Boden begün»
stigt; dennoch baut man in einigen Gegenden sogar Wein, obschon mit
sehr geringem Erfolge, und in einer sehr mäßigen Ausdehnung. Die
Eintheilung dec S. G. geschieht in2 Processe; Hauptort ist Neu so h l.
Sokal, die nordöstlichste Stadt Galiziens, liegt im Zolkiewer
Kreise, am rechten Ufer des Bug, hat eine kathol. Kirche und 2 grie-
chisch-unirte Kirchen, ein griech. Bernhardinerkloster, und zählt 3,100
Einwohner in 555 Häusern.
Sokolniy, mähr. Dorf mit 750 Einwohnern, im Brünner
Kreise, hat ein Schloß mit Garten und eine ansehnliche Lederfabrik.
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Volume 5
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe See-V
- Volume
- 5
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 604
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie