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68 ' Sola. — Sol l inger.
Sola, Fluß in Galizien, entsteht in den BeSklden am Wielki
Magura und Troyaczka, und eilt über Zy wiec der Weichsel zu.
So lenau, niederösterr. Marktflecken im V. U. W. W., am
kalten Gange und an der nach Steyermark führenden Hauptpoststraße,
mir 800 Einwohnern. Die alte mit Ringmauern umgebene Kirche hat
einen großen und starken Thurm. Es bestehen hier eine ziemlich bedeu-
tende Baumwollspinnmanufactur und ein alter Kupferhammer.
Sol l inger , I oh . P a u l , Inhaber einer Buchdruckerey und
Schriftgießerey in Wien , einer der thätigsten Geschäftsmänner dieses
Faches, ist geboren zu Wien 1795. Seine erste technische Bildung er-
hielt S. in der Ossicin des für die österr. Typographie zu früh verstorbe-
nen Ant. S t rauß (s. d.), dessen persönlicher Anleitung er Vieles ver-
dankt; eine Reisenach Frankreich in den Jahren 1815—19, und ein
längerer Aufenthalt in der berühmten Dido t'schen Druckerey zu Pa«
r is , wobey er keine Gelegenheit zin Vervollkommnung seiner Kennt-
nisse unbeachtet ließ, vollendeten seine weitere Bildung. Unter den jetzigen
TypographenW i e n's besitzt S. unbestritten die umfassendsten Kenntnisse
und den geläutertsten Geschmack. Seit 1821 im Besitze der ehemahls
Andr. Sch m i d'schen Universitäts-Buchdruckerey, wußte er dieselbe
bey mäßigen Mitteln durch rastlose Thätigkeit von 2, damahls sparsam
beschäftigten Pressen zu einer der bedeutendsten Buchdruckereyen der
Hauptstadt emporzuheben, und sich als practischer Geschäftsmann einen
ehrenden Ruf zu erwerben. Seine Druckerey zählt gegenwärtig mehrere
größtentheils neuconstruirte Pressen, worunter seit 1833 eine Maschin-
presse, deren, außer Ghelen, noch in Wien keine andere Druckerey
besitzt. Seine Officin ist jetzt auf Werke in allen gangbaren Sprachen
vollkommen eingerichtet, und liefert nebstdem sehr geschmackvolle mer-
cantilische und Tabellen-Arbeiten. Einen vorzüglichen Beweis seines
gediegenen Geschmackes, ja Kunstsinnes lieferte seine seit einigen Jahren
eingerichtete Farben- und Congreve-Druckanstalt, welcheProducte von
einer Reinheit und Eleganz hervorbringt, die den schönsten des Auslan«
des vollkommen würdig zur Seite stehen; jene des Inlandes aber, welche
von dieser Art bisher geliefert wurden, bey weitem übertreffen. — Selbst
geübter Schriftschneider, errichtete S. 1333 eine eigene Schrift- und
Stereotypen - Gießerey , welche er bereits in dieser kurzen Zeit mit
einer sehr großen Auswahl der neuesten und geschmackvollsten Schriften
aller Art versah; demungeachtet, ein Beweis der großen Ausbreitung
seines Geschäfts, beschäftigte er sie bisher beynahe ausschließend nur für
seine eigene Druckerey. — Bereits 1324 eröffnete S. auch eine eigene
Verlagshandlung, und lieferte seit dieser Zeit mehrere größere, mit-
unter sehr kostspielige Werke. Seit 1827 erscheint bey ihm die von
Vinc . Aug. Wagner gegründete, von Do l l i ne r und Kudler
fortgesetzte Zeitschrift für österr. Rechtsgelehrsamkeit und politische Ge-
setzkunde. — Des gelehrten und geistreichen Dompredigers I. E. V eith
Schriften sind in letztererZeit größtentheils in seinem Verlage, geschmack-
voll ausgestattet, erschienen. Eben so waren auch Kern's Leistungen
der chirurgischen Klinik, so wie dessen Handbuch der Chirurgie (letzteres
leider durch den Tod des Verfassers unvollendet) verdienstliche Unterneh-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Volume 5
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe See-V
- Volume
- 5
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 604
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie