Page - 72 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe See-V, Volume 5
Image of the Page - 72 -
Text of the Page - 72 -
7 2 S o m m e r .
den weltern Unternehmungen wesentliche Dienste leistete, und rückte ben
dem Rückzüge des Feindes von der Etsch an den Mincio vor, in wel-
cher Stellung er durch kräftiges Zurückweisen der Ausfalle aus der Fe-
stung Peschiera und aus dem Brückenkopfe von Manzanibana
zur Vereitlung der feindlichen Entwurf? wesentlich mitwirkte. Der Ein-
zug der Verbündeten in Par is endigte auch den Kampf in Italien. —
Am 24. April 1314 traf S. in der ihm übertragenen Eigenschaft eines
bevollmächtigten kaiserlichen Commissärs in Ma i l and ein, um die
Besitznahme jener Theile des Königreichs Italien, die von österreichi-
schen Truppen noch nicht erobert waren, im Nahmen der verbündeten
Machte zu bewerkstelligen. Die ihn zugewiesene Organisirung der öster-
reichischen italienischen Regimenter, und andere höchst wichtige Auftrage
waren die sprechendsten Beweise des in ihn gesetzten unbedingten Ver«
trauens. — 1316 zum Stellvertreter eines commandirenden Generals
von Österreich nach Wien beordert, empfing S. als Merkmal der kai-
serlichen Würdigung den Orden der eisernen Krone 1. Classe, und die
Wikde eines geh. Rathes. 1817 erfolgte auch seine Beförderung zum
General der Cavallerie, und 1820 seine Ernennung zum wirkl. com-
mandirenden General. Der 1818 in Wien anwesende Kaiser Ale«
rander schmückte seine Brust mit dem Alerander-Newsky-Orden. — Den
schönsten Lohn für seine erprobte treue Anhänglichkeit fand er in der im
Februar 1325 erfolgten Ernennung zum Capitän der k. k. Trabanten»
Leibgarde und Hofburgwache als den schmeichelhaftesten Beweis der
persönlichen Zuneigung seines Monarchen. — Indessen blickten auch die
Mitbürger seiner Vaterstadt Lodi dankbar auf den Helden, der aus
ihrer Mitte entsprossen, mit unerschütterlicher Treue dem Dienste des
österreichischen Kaiserhauses lebte, und ihre schönste Zierde war. Sie
errichteten ihm im Rathssaale des Municipalhauses eine Ehreninschrift:
ein Vermachtniß seiner Tugenden zur gleichen Übung und Aneiferung
für kommende Geschlechter. — Der Eifer und die Rüstigkeit, mit wel-
cher S. noch in dem letzten Jahre seines Lebens feiner Anstellung als
commandirender General vorstand, war zu bewundern. Er starb zu
Wien am 10. Iuly 1829.
Sommer, I oh . Gott f r . , wurde geboren 1732 in dem Dorfe
Leuben bey Dresden. Nach vollendeten Schulstudien, wahrend
welchen er auch Gelegenheit hatte, Musik, Lateinisch und Französisch zu
lernen, wurde S . , da ihm die höhern Studien durch die beschränkten
Vermögensumstände seiner Ältern versagt waren. Kinderlehrer in einem
benachbarten Dorfe, setzte aber nebenbey auf das eifrigste seine wissen-
schaftliche Ausbildung fort, wozu ihm die Bibliotheken einiger wohl-
wollenden Geistlichen von großem Nutzen waren. Nach einigen Jahren
begab sich S. nach Dresden, um sich in Schulsachen zu vervollkomm-
nen, und dereinst in selben Beförderung hoffen zu können. Außerdem
studirte er noch für sich Mathematik, Geographie, Geschichte und neue
Sprachen. Obschon er aber eine kleine Lehrerstelle in dieser Stadt er-
hielt, so mißglückten doch mehrere Versuche, besser angestellt zu werden,
er verließ daher, unzufrieden mit seiner Lage, Dresden 1806, und
wandte sich nach den österreichischen Staaten, zuvörderst nach Prag ,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Volume 5
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe See-V
- Volume
- 5
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 604
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie