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dadurch nur um so mehr den Dank seiner Zeitgenossen verdient. S. ist
nach der Bezeichnung eines seiner grösiten noch lebenden Verehrer „Öster«
reichs Montesquieu." Bis an seine letzten Tage bey vollem Geiste und
heiterem Muthe, und dabey immer auf das öffentliche Wohl bedacht,,
hatte er ein Alter von 84 Jahren erreicht, als ihn eingetretene Entkräf-
tung den 26. April 1317 aus diesem Leben abrief. Seine vorzüglichsten
Schriften sind: Ankündigung einer deutschen Gesellschaft, Wien 1761.
— Gesammelte Schriften, 1. Bd., e-b. 1765. — Grundsätze der Po°
lizey-, Handlungs- und Finanzwissenschaft, 3 Thle., eb. 1765—76;
7. Aufl., eb. 1805; vom I. Thl. 3. Aufl., 1319. — Der Mann ohne
Vorurtheil, 3 Thle., eb. 1765; neue Aufl., eb. 1775. — Das weib-
liche Orakel, eine Wochenschrift, eb. 1767. — Therese und Eleonore,
eine Wochenschrift, eb. 1767; 3. verbesserte Aufl., Leipzig 1769. —
Briefe über die wienerische Schaubühne, 4 Thle., Wien 1763.—-
Versuche in politischen und ökonomischen Ausarbeitungen zum Nutzen
und Vergnügen, eb. 1763. — Abhandlung von der Theuerung in
Hauptstädten, und dem Mittel derselben abzuhelfen, Leipzig 1769;
Wien 1770. >^- Vorstellung an den Hof, daß öffentliche Ergotzungen
den guten Sitten nicht zuwider laufen dürfen, eb. 1769. — Über die
Liebe des Vaterlandes, eb. 1771; neue Aufl., eb. 1735. — Über die
Abschaffung der Tortur, Zürch 1775; verbesserte Ausg., Nürnberg 1732.
— Politische 2lbhandlungen (herausgegeben von Ig n. deLuca), Wien
1777. — Gesammelte Schriften, 10 Bde., eb. 1783—86. — Über
den Geschaftsstyl, eb. 1784; 2. Aufl.,„eb. 1737; 3. von 5em Verfas.
ser durchgesehene Aufl., eb. 1802. — Über Wucher und Wuchergesetze,
eb. 1739. — Abhandlung über die Aufhebung der Wuchergesetze, eb.
1791. — Handbuch der innern Staatsverwaltung mit Rücksicht auf
die Umstände und Begriffe der Zeit, 1. Bd., enthaltend, nebst der all«
gemeinen Einleitung, einen Theil der Staatspolizey, eb. 1793. —
Über die Stimmenmehrheit bey Criminalurtheilen, eb. 1801; 2. Aufl.,
cb. 1808. — Bemerkungen über die für die Hauptstadt Wien und den
Umkreis derselben innerhalb den Linien erlassene neue Gesindordnung,
eb. 1810. — Aufsatze in verschiedene gelehrte Journale. Er verfaßte
die Vorrede zu seines Vaters Buche: l^onti-ovei-Liae cum ^u^eis
pi-o^i-omi, l ikr i / l . , Wien 1753. Die Wiener Realzeitung ward 1777
von ihm redigirt.Zu seinen wichtigstenArbeiten in legislativer Hinsicht ge-
hört das noch geltende Strafgesetz über schwere Polizeyübertretungen. Das
Diplom als Mitglied der philosophischen Gesellschaft zu Phi ladelphia
konnte leider erst seiner Witwe behandigt werden. Diese erhielt, obwohl
kinderlos, von Kaiser Franz, in weiser Würdigung der unsterblichen
Verdienste des großen Mannes, eine ansehnliche Pension. — Die
pragmatische Biographie und Characteristik desselben, der da einzig
durch sein Genie und seine schöpferische Thatkraft so Großes gewirkt,
wie vor und wahrscheinlich auch nach ihm kein Einzelner, wäre wohl
ein edler Stoff für eine eigene Preisaufgabe! Nie wird Osterreich des
Lehrersso vieler seiner wichtigen Staatsmänner und Professoren vergessen
können, wenn er gleich kein öffentliches Monument hat.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Volume 5
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe See-V
- Volume
- 5
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 604
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie