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82 S o o ß . — S o r g e n t h a l .
Euryanthe; Agathe im Freyschütz; Carolina in der heimlichen Ehe;
Sophie in Sargines.
Sooß, niederösterr. Dorf im V. U. W. W., in der schönen
Ebene südwestlich von Baden, mit 400 Einwohnern, und spuren
ehemahliger Ringmauern. Gegen Westen zu Anfang des Brunnthales
befindet sich das Schelmenloch oder die Schelmenhöhle; so genannt,
weil sich in ihr einst Räuber und Deserteurs aufgehalten haben sollen.
Sie ist klein und theilt sich in die Haupthöhle und mehrere Nebenhöhe
len; der Eingang ist so niedrig, daß man hineinkriechen muß, wenn
man in das Innere gelangen will. ^
Sophie Friederike Dorothea, Erzherzoginn von Osterreich,
gcborne tonigl. Prinzessinn von Bayern, Gemahlinn des Erzherzogs
Franz Carl, zweyten Sohnes des Kaisers Franz, eine an Geist,
Anmuth und edlem Charakter höchst ausgezeichnete Prinzessinn, ist
geboren zu München den 27. Jan. 1305, Tochter des Königs M a>
r imi l ian Joseph und der Königinn Carol ine und Zwillingsschwe«
ster der Prinzessinn Mar ie , nunmehr vermählten Kronprinzessinn von
Sachsen. Sie erhielt eine vortreffliche Erziehung unter den Augen ihrer
hohen Altern, und wurde den 4. Nov. 1324 mit dem Erzherzog Franz
C'a r l vermahlt, dem sie seitdem 2 Prinzen (s. den Art. Erzherzoge und
Erzherzoginnen), dann letztlich den 2. Oct. 1335 eine Prinzessinn:
Mar ia Anna Carol ina Pia geboren hat. Gleich allen Gliedern
des erhabenen Kaiserhauses, so wie des königl. Hauses von Bayern
zeichnet sich auch diese Prinzessinn, unbeschadet ihres fürstlichen Anstan-
des, durch eine edle Popularität, so wie durch die reinste Frömmigkeit
und Wohlthätigkeit aus.
Sorgenthal, Conrad Freyh. v. , k. k. Hofrath, Director
der Linzer Wollenzeug-, der Wiener Porzellan- und der Neuhauser Spie«
.qelfabrik und Rath der Akademie der bildenden Künste, war 1735 zu
Nürnberg geboren. Erwidmete sich der Handlung in dem Hause seines
Vaters, der sich in der Folge in Wien etablirte, und machtein dessen
Geschäften in seinen Iugendjahren mehrere Reisen nach Italien, Frank«
reich, Holland und England. Im Laufe des siebenjährigen Krieges trat er
zu Wien 1759 in k. k. Militärdienste, und avancirte durch ausgezeich-
nete Verwendung in der kurzen Zeit von 13 Monathen vom Unterlieu«
tenanr bis zum Rittmeister. Eine in der Schlacht zu Frankfurt an
der Oder erhaltene Lähmung seines rechten Armes bewog ihn, nach
hergestelltem Frieden eine Civil-Anstellung zu suchen, die ihm auch da«
durch zu Theil ward, daß er den 28. Aug. 1764 zum kaiserl. Ratbeer«
nannt, und ihm die Leitung der damahls dem Hrarium eigenthümlichen
Nadelburgsr Metallwaarenfabrik anvertraut wurde. 1767 ward er
als wirklich referirender Commerzienrath bey dem damahligen niederösterr.
Commerzconseß angestellt, wo er sich durch seine Kenntnisse und seine
eifrige Verwendung das Zutrauen seiner Behörde in solchem Grade er-
warb, daß er 1770, als die Linzer Wollenzeugfabrik so sehr in Ver-
fall gerathen war, zur Untersuchung nach Linz abgeordnet, und da
fanden, ihm 1772
die DilMion derselben mit dem Titel und dem Charakter eines obder-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Volume 5
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe See-V
- Volume
- 5
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 604
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie