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84 S 6 v ä r. — S p a ch. ^
Kriegsrathe versammelt waren. Er wollte nun vor Neuhsuse lgehen,
und stieß auf 14,000 Türken, die er bis an die Ufer der Gran warf,
wo sie jedoch Verstärkung erhielten und sich wieder ins Treffen stellten,
aber auch zum 2. Mahle wichen und Geschütz und Gepäcke zurückließen.
Aus ihrer Bestürzung Vortheil zu ziehen, griff man das Schloß L e,
venzan, welches sich ohne Bedingung ergab. Der Pascha von Ofen
hoffte den beschädigten und noch nicht hergestellten Platz wieder zu neh-
men, aber S. lagerte sich ihm gegenüber; es kam zum Treffen; die
Osmanen wurden wieder geschlagen, und S., der seinen Sieg verfolgte,
nahm ihnen noch den Ort Barkan weg. So glänzend und nützlich die
Resultate seiner Unternehmungen waren, so verlor S. doch den Ober,
befehl, weil er dem Grafen Montecucu l i nicht untergeordnet seyn
wollte. Nachdem er sich den Umständen gefügt, kam er wieder bey dem
Kaiser zu Gnaden, erhield die Commandantschaft zu Comorn,
und später mit der Feldmarschallswürde das General-Commando
über die slavonischen Gränzen. — Sein Feldzug in den Nieder«
landen 1674 begann unter ungünstigen Umständen. Man hatte dem
Feinde keine verhältnißmäßige Truppenanzahl entgegenzustellen; die
Absichten der Bundesgenossen waren mit den Verhaltungsbefehlen des
kaiserl. Generals nicht immer vereinbar, und man schob S. die Ursache
des wenigen Erfolges zu. An dem blutigen Tage bey Senef (167^)
schrieben sich beyde Theile den Sieg zu, denn beyde hatten sich hervor«
gethan. Man unternahm nun die Belagerung von Öudenarde. S.
mochte seine Gründe haben, warum er einem Treffen auswich, welches
die Vereinigten dem anrückenden Entsatze des Prinzen Conde anbo«
then; aber er unterlag nun dem Verdachte, der wohl nur deßwegen so
schwer auf ihm ruhte, weil er ein Ausländer war, und ein würdiger Ge«
genstand des Neides zu seyn schien. Abberufen vom Heere, verlebte er
sein Alter auf den Gütern, die er, so wie den Grafentitel, durch frühere
Verdienste sich erworben hatte unv starb 1633. — Sein Sohn, CarlLud»
wig führte nach der Erstürmung von Ofen (1636) den Befehl in der übel
zugerichteten Stadt; auch machte er sich durch die Einnahme der Eszeker
Brückenschanze (1687) bekannt, die er mit dem Damme zerstören, und
wobey er die Brücke abbrennen ließ. Er starb an seinen bey Szlanka«
men erhaltenen Wunden 1691.
Suvar (Salzburg), ungar. Marktflecken im SäroserComitat,
bemerkenswerth wegen einer ansehnlichen Salzsiederei) , welche die
Soole aus einer großen, 6l Klftr. tiefen, unerschöpflichen Salzgrube
erhält.
Sovignaco (Sovignach), Dorf und Schloß im Mitterburger
Kreise des illyr. Küstenlandes, in der Nahe von Pinguente, mit
einem Alaun- und Vitriolwerke, welches den größetn Theil Illyriens
und das Venetianische mit Alaun versieht.
Spach, Felix Mich. (Stiftsnahme P a u l ) , Benedictiner
zu S t . Pau l in Ka'rnthen, Professor der Physik am k. k. Lyceum
zu K lagenfur t , istgeboren zuVi l lacham 6. März 1739. Von 1304
—9 vollendete er die Gymnasial-Studien zu Klagen fur t , trat 18tM
in dm Orden der ihrer Gelehrsamkeit wegen berühmten, ausSt.Bla-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Volume 5
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe See-V
- Volume
- 5
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 604
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie