Page - 321 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe See-V, Volume 5
Image of the Page - 321 -
Text of the Page - 321 -
e s ch e n.
Vice-Commandanten Wien's zurückberufen wurde. Erstarb den
z. Febr. 1800.
Tescken, schles. Stadt und Hauptort des Teschener Kreises, 310
erbaut, gibt einem ganzen Fürstenthume seinen Nahmen, und liegt am
rechten Ufer des Flusses Olsa. Nicht sowohl der geograph. Breite, als
einzig der am AbHange der karpathischen Vorgebirge abwärts gegen Nor-
den und Nordost offenen, daher den kältesten Winden dieser Zone ausge-
setzten hohen LaZe wegen, ist die Luft und das Clima hier meist rauh, kalt
und veränderlich. — Drey ehemahls feste, nun abgebrochene Thore führen
zu eben so vielen Vorstädten; daseine zur Ob e r v orsta d r östlich, das
zweytezurFreystadt^ervorstadr nördlich, das dritte, Brücken- oder
Wasserthor genannt, südlich zum Steinplatz und der neuen Vorstadt
Sachsenberg. — T. hat in mehr als 600 Haus.über 6,400 Einw.
das Militär ungerechnet. Der Oberring (Platz), ein länglich regelmäßiges
Viereck, und der alte ehemahlige Pferdemarkt vereinigen bey 25
Gassen, welche die Stadt an die Umgebungen, wie auch an das nordwest-
lich auf einem abgesonderten runden Berge stehende, vor Zeiten sehr feste
Schlost, die ehemahlige fürstliche, seit der letzten Belagerung (1647)
aberin Ruinen sichtbareResidenz anschließen. Der letzte Brand (1789) hat
T. aus einer ungeregelten, polnischen Städten durchaus ähnelnden
Holzmasse in eine weit gefalligere Form umgegossen, wiewohl die neue
Baukunst nicht im Stande war, allen Unregelmäßigkeiten oder Un-
bequemlichkeiten ganz abzuhelfen, die theils aus der beengten, gegen
den Mühlgraben zu sehr abschüssigen Berglage, theils! aus dem Miß-
verhaltnisse der Häuserbreite gegen ihre Tiefe oder Länge entstanden sind.
Seit jenem Brande ist auch die älteste, feit 1211 gestandene Pfarrkir-
che St. Magdalena ganz abgerissen, und deren Platz, nebst dem
des ehemahligen Kirchhofes uno der Grüfte, zu einem Erercir- und
Tummelplatze vor der Militär-Cäserne geebnet worden; man übersetzte
die Pfarre näher an den Oberring, in die ehemahlige Dominicanerklo-
sterkirche. Diese ist ein Mittelding zwischen gothischer und moderner
Bauart, ursprünglich schmal in Form eines Kreuzes erbaut, hat theils
alte Spitzwölbungen, theils kuppelartige Wölbungen und Chöre. Die
Kirche der Barmherzigen ist ein lichtes solides Gebäude; die der Prote-
stanten ein seheilswürdiges Werk in großem majestätischen Style. Noch
sind die ältesten Kirchen des Ortes: Die Schloßcapelle, "ein kleines
gothisches Oval, wahrscheinlich der erste heidnische Ortstempel; die
Spital- und die Dreyfaltigkeitskirche, um welche Beyde die allgemeinen
Vegräbnißplätze liegen; die neu hergestellte Gymnasial-, ehemahls Ie-
fuitenkirche, ein einfach verziertes niedliches Gotteshaus; endlich jene
des Elisabethiner - Nonnenklosters. — Außer dem Kreisamt und dem
herzogl. Landrecht ist hier die Cameral-Verwaltung des dem Erzher-
zog Carl gehörigen Herzogthums T. — Die Bildungsanstalten in
T. sind: Ein kathol. Gymnasium, mit einer öffentlichen Bibliothek
von 12,000 Banden, Sammlungen von Mineralien, Naturalien,
Münzen :c., welches sein Daseyn dem um T. so hochverdienten Propste
und Gymnasial « Präfecten öje o p. I oh . Scherschnick (s. d.)
verdankt; ein evangel. Gymnasium an der evangel. Kirche, nnt
Oesterr.Nat. Encyll. Vd. V. . 31
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Volume 5
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe See-V
- Volume
- 5
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 604
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie