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Barbacovi. — Bartenstein, die Freyherren. 355
Narbacovi, Franz virgil Graf, fürstbischö'fl. Kanzler zu
Trient, wurde zu Iajo in Südtyrol am 10. Nov. 1738 geboren;
war, nachdem er auf berühmten Universitäten die juridischen Vorlesun-
gen gehört, anfänglich Advocar, und dann durch mehrere Jahre Pro-
fessor des Civilrechts in Trient; zum fürstbischö'fl. Rath ernannt, hatte
er einen trefflichen Entwurf zu einem bürgert. Gesetzbuch ausgearbeitet.
1792 erhielt er die Kanzlerswürde. Nach der Säcularisation des Für-
stenthums Trient zog er sich zwar von den öffentlichen Geschäften zu-
rück, behauptete jedoch fortan in vielen noch im hohen Alter geliefer-
ten Ausarbeitungen den Ruhm als Rechtsgelehrter, Philosoph und
Staatsmann. Über 80 Jahre alt starb B. zu Trient 1823.
* Barcsay, Abraham v., wurde 1767 Rittmeister im Dra-
goner-Regiments Großherzog Leopold von Toscana. Bey seinem Über-
tritt zur kathol. Kirche, der um 1775 Statt hatte, erhielt er den
Taufnahmen seines Regiments-Inhabers: Leopold. Schon 1787
machte B. das Ansuchen, wieder zur ungar. Garde eingetheilt zu wer-
den. Dasselbe wurde ihn vom Kaiser Joseph I I . des bevorstehenden
Türkentrieges wegen abgeschlagen, wo er den Belagerungen von Sza-
bäcs und Belgrad mit Auszeichnung beywohnte, und während letz-
terer in seiner Tour zum Oberstlieutenant befördert wurde. 1790 erhielt
P.Urlaub auf unbestimmte Zeit nach Siebenbürgen, um seine Fami-
lien-Angelegenheiten daselbst zu schlichten; nach seiner Rückkunft wurde
er in die damahls eben wieder vollzählig gemachte ungar. Garde mit dem
Range eines Obersten in der Armee übersetzt, und er vermählte sich so-
dann erst 1792 mit der Gräfinn Susanna v. Beth len.
* Barko, vinc. Freyh. v., k. k. Feldmarschall- Lieutenant:c.,
stammte aus einer slavischen, in der Folge in Ungarn nationalisirten
^Familie, deren Ahnherr in einem der 3 slavischen Cavallerie-Regimen,
ter, welche Kaiser Carl VI. errichtete, diente und sich bey mehreren
Gelegenheiten rühmlichst auszeichnete.
* Barmherzige Schwestern. Dieses Institut wurde 1831 in
Wien zu errichten gestattet. Es befindet sich in der Vorstadt Gumpen-
dorf Nr. 195, und ist von Zams (nicht Stams) in Tyrol Hieher ver-
pflanzt. Der Hauptzweck desselben ist: Wartung der Kranken beyderley
Geschlechts ohne Unterschied der Religion und des Vaterlandes, in, und
außerhalb des Klosters, auch der unentgeldliche Unterricht der weiblichen
Jugend. Doch ist ihr Wirken in Wien vorläufig nur auf die Kranken-
pflege beschränkt. Die ersten Novizinnen wurden hier am 1A Iuly
1822 eingekleidet, und die Dauer des Noviziats ist auf 2 Jahre festge- <
setzt. Vom I. Nov. 1833 bis dahin 1834 wurden in diesem Institute
bereits 316 Kranke unentgeldlich verpflegt. Vorsteher ist Carl Graf v.
Coudenhoven, Domherr des Wiener Metropolitan-Capitels, der für
die Aufnahme dieses wohlthätigen Instituts sich thätigst verwendete, und
fortan für selbes eifrige Sorge trägt. S. Zams.
Bartenstein, die Freyherren, stammen aus altem Adel. Die
B. waren langein Thüringen und Niedersachsen, nahmentlich auch im
Hildesheimischen seßhaft, kamen jedoch in den Stürmen der Religions»
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie