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262 Bauscher. — Neck v. Leopoldstorf, das Geschlecht.
Söhne zu Lochowitz/ Ios . Herzig bey Neichenberg (beyde
spinnen Äu!l6-twi5t bis Nr. 120), Marbach und Comp. zu Rau,
schengrund, Ludw. Lang zu Roskosch/ F. A. Pi lz zu
Wernstädt l , Kühne und Tetzner zu Görkau und Rothen,
haus, Bachmayer und Comp. zu Eger, Ioh . Münzberg zu
Theresienau, sämmtlich mit eben so umfangreicher Einrichtung als in-
telligentem Betrieb. (Der Reichenberger Weberbezirk arbeitet mit
25,000, und jener von Fr iedland und der Umgegend mit 20,000
Stühlen. Die vielen Baumwollwebereyen des Leitmeritzer, Elbog-
ner und Taborer Kreises zusammen können nicht weniger alS 30,000
Stühle betragen, was also wenigstens 75,000 Stühle, und werden
für 2 derselben nur 3 Personen angenommen, über 100,000 bey der
Weberey beschäftigte Menschen gibt. Einen von der Wahrheit sich nicht
sehr entfernenden Überblick dürfte man eben erlangen, wenn man die
gesponnenen Garne auch nurmit 80,000 Ctr. und dazu die eingeführten
und verzollten Garne nach einem verläßlichen Ausweise mit wenigstens
50,000 Ctr. annimmt, welche 13 Millionen Pf. einheimisch verwebte
Garne, im gewöhnlichen Durchschnitte 4 Pf. auf das Stück, 3,250,000
Stück Baumwollengewebe als daS Minimum darstellen.)
Bauschek, Casp. Ioh./ Bibliothekar des Fürsten v. Lobko-
witz, wurde zu Gastdorf in Böhmen den 24. April 1757 geboren,
studirte zu P r a g / und erhielt 1776 den Magistergrad in der Philoso-
phie. Am 28. Sept. 1776 trat er in den Prämonstratenser-Orden im
Stifte St rahow zu Prag , wo er die Ordensgelübde den 22.April
1731 ablegte, und am 9. May 1782 zum Priester geweiht wurde;
1737 ward er zum ersten Bibliothekar auf dem St rahow ernannt.
Am 23. Jan. 1797 erhielt er die Doctorswürde der Philosophie an
der Universität zu Prag. Im December 1801 kam er als Bibliothekar
deS Fürsten v. Lobkowitz nach Raudnitz; seit 18l1 war er auch
erzbischöfi. Notar. Er schrieb: Nachrichten von böhmischen Bibliotheken,
besonders jener, die zu Prag zu finden sind. ( In Hirsching's Be-
schreibung sehenswürdiger Bibliotheken.) — Anzeige zweyer Fragmente
altdeutscher Gedichte. ( In M eiß n e r's Apollo 1794.) — Drey altdeutsche
Gedichte mit Anmerkungen begleitet und in neueres Deutsch übertragen.
(Ebend.) — Fragment eines epischen Gedichtes: Wilhelm von Bra-
bant, aus dem schwäbischen Zeitalter, von Rudolph Dienstmann von
Montfort; entdeckt in der Bibliothek des Prämonstratenserstiftes Stra-
how und mit Stellen des Casselischen Codex verglichen (Ebend. 1796).—
Die Lobkowitze. ( In Hormayr's Taschenbuch.) B. starb 1829.
Beck (Beckh) v. Leopoldstorf, das Geschlecht. Die Glie-
der dieses adeligen Geschlechtes, welches aus Brixen nach Osterreich kam,
waren im l6. Jahrhundert schon ..lange vor Errichtung der Gült- und
Einlagsbücher, als begütert in Osterreich bekannt gewesen. Johann
B. , der insgemein als der Stammvater dieser Familie angegeben wird,
diente dem Erzbischofe Eberhard zu Sa lzburg, den er auch 1413
auf das Kirchen-Concilium zu Con stanz begleitete. Nach des Erz-
bischofs Tode kam er nach Osterreich, zwischen 1425 und l430. Sein
Sohn Conrad B. war 1439 in Palästina, und hinterließ ein Ma<
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie