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Biedermannsdorf. — Niidcrgallerie, k. k., in Wien.
rufen wird. Mehrere Bildsäulen und Gruvpen sind nach B.'s Modell
von andern'tüchtigen Künstlern gearbeitet, darunter besonders Mucius
Sca'dola von Märt. Fischer, und die Gruppe an dem großen Bas-
sin am Fuße des Gloriettehügels, Neptun und Th et is mit Attributen,
von B. modellirt und von mehreren Künstlern unter dessen unmittelba-
rer Leitung ausgeführt. Im Ganzen ist wohl nicht zu laugnen, daß sich
B. nicht immer von jener fehlerhaften Manier losreißen tonnte, welche
den Leistungen der Sculptur im 17. und 18. Jahrhundert/ mit einzelnen
Ausnahmen, wie andern Kunstzweigen überhaupt anklebt. Seine Arbei-
ten wurden indessen wahrhaft kaiserlich bezahlt, für jede einfache Sta-
tue erhielt er 2,000, für jede Gruppe 4,000 Gulden, wodurch er sich
auch einen bedeutenden Reichthum erwarb, ein bequemes Landhaus in
Hietzing kaufte, und daselbst in ruhiger Zurückgezogenheit 1797 starb.
Ein Kupferwerk von B.: Die neue Muse, oder der Nationalgarten
(Wien 1779) liefert Abbildungen seiner Statuen.
Biedermannsdorf (Bittermannsdorf), mederösterr. Dorf
im V. U. W. W., in flacher Gegend zwischen dem Kröten» und Med-
lingerbache, an der Larenburger Allee und in geringer Entfernung vom
Wiener-/Neustädter Schifffahrtscanale, mit 550 Einw., bildet eine
lange Gasse, und hat ein Herrschaftshaus mit Thürmchen, eine vom
Orte etwas entfernte Papier- und Pappendeckel-Manufactur, ein Brau«
haus und einen an der Laxenburger Allee befindlichen großen Ziegelofen.
* Bienenzucht. Kram verdient in dieser Beziehung mit Vorzug
unter den Ländern des österr. Kaiserstaates genannt zu werden, denn hier
kommen bessere Bienenzüchter in guten Jahren bis auf 300 Stöcke,
und man kann ohne Übertreibung in guten Jahren die Anzahl der Bie-
nenstöcke in Kram auf600,000 annehmen. Vorzüglich ist derOberkrainer
hierin emsig, der viele 1,000 Stöcke im Herbste zur Weide auf die Hai«
denblüthen in eigens eingerichteten Wagen nach Mittelkrain führt. —
Steyermark ermuthiget seit Jahren durch die Munisicenz der dortigen
Landstande ausgezeichnete Bienenzüchter mit Prämien. Auch besteht in
Gratz ein eigener practischer Bienenzucht-Unterricht. — Kärmhen
ist durch seine climatifchen Verhallnisse weniger zur B. geeignet, und
leistet hierin das Möglichste. — Im obderennsischen Salztammergute
besteht eine eigene Bienenzucht - Actien - Gesellschaft.
* Bildergallcrie, k. k., itt Wien. Im Sommer 1835 hatte
die vollständige Eröffnung der 4 Zimmer im 2. Stockwerte Statt, wel«
che die neu placinen und vortrefflich hergestellten Gemälde der altdeut-
schen Schule enthalten. Diese Sammlung ist eine der reichhaltigsten
und vollständigsten dieser Art, und biethet dem Kenner und Verehrer
altdeutscher Kunst nicht nur die ausgezeichnetsten Meisterwerke derselben,
sondern auch durch die sinnige Aufstellung einen bequemen Überblick der
Fortschritte deutscher Kunst bis zu ihrem Eulminationspuncte, dann der
sogenannten Übergangsperiode bis zum neuen Aufblühen derselben. Vor
Allen sind hier die 2 herrlichen Werke des unsterblichen Universalgeistes
Albrecht Dürer:DieDreyeinigteit und die Christenverfolgung; dann
herrliche Portrats des geistreichen Hans Holbein; die berühmte
Grablegung Ioh. van Eyl's; dann der schöne Altar (mit mehreren
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie