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386 Cadeten Compagnien. — Campi.
Er schrieb in böhm. Sprache: Leben des Kaisers Maximilian 11./ Prag
1589. -^ Ausier der ^akula moletti-olo^ca, Prag 1582/ schrieb er
noch früher ein (Trinen Horatianum in ol)ituin Varlnol. a I^oevven-
eb. 1581, und mehrere Abhandlungen.
C.
badeten-Compagnien. Das Bestehen dieser Anstalten ist
ein wesentliches Mittel, Geist und vorzügliche militärische Bildung unter
den angehenden Kriegern vielfach zu verbreiten, und dadurch einen Fond
wissenschaftlich gebildeter künftiger Officiere zu bilden. Ausgezeichner
darf man die Grätzer Cadeten-Compagnie nennen, die durch viele Jahre
an ihrem damahligen Oberst und Theresien-Ordens-Ritter Freyh. v.
Reinisch einen vaterlich sorgenden Brigadier besaß, der Bildung,
Oitten und vielseitiges Wissen mit Sorgfalt und Glück, unterstützt von
braven Professoren aus dem Officiersstande der k. k. Armee, verbreitete,
und manchen dankbaren Officier in der Armee nachweist. Die Anzahl
der Zöglinge ist gewöhnlich 300 Köpfe. Der Schulunterricht dauert nur
3 Jahre, und die Gegenstände sind im Wesentlichen dieselben, wie in der
Wiener-Neustadter Akademie, welcher gegenwärtig Freyh. v. Reinisch
als k. k. Generalmajor, vorsteht. Das Alter der aufzunehmenden Zög-
linge darf nicht unter 14 und nicht über 16 Jahre seyn; auch werden
überdießFrequentanten angenommen; diese sind solche, die zwar den Un-
terricht mitgenießen, aber nicht im Hause Wohnung und Verpflegung
erhalten.
* Campi, Antonia, wurde bey Schikaneder und Zitter«
barth 1801 von Prag engagirt, und debutirte bey der Eröffnung des
neuerbauten Theaters an der Wien am 13. Iuny desselben Jahres. Ihr
Vater, Musikmeister in Warschau, war auch ihr erster Lehrer im
Gesang, Pianoforte, Violine und Clarinette. Später ehelichte sie in
Prag den Bassisten Gaetano Campi, bereiste mit ihm Italien,
und bildete ihren Vortrag hauptsachlich nach jenem der berühmten Bil-
lington. In Mozarl's letzter Oper: I^ a Cicmenxa 6i^iw,sang
sie, 1791 noch Anfängerinn, die Serrilia; sonst setzte er für sie nie«
mahls eine Note; wohl aber für seine Schwägerinnen, nahmentlich für
Mad. Lange die Bravour Arien (der Constanze) in der „Entführung
aus dem Serail," und im „Schauspieldirector;" für Mad. Hofer,
nachmahlige Meier , die Königinn der Nacht; die Sopran-Parle
seiner italienischen Opern: von (Giovanni, Agai-o und Osi sann'
wue, sind für die Sängerinnen Storace, Caval l ier i , Ferra-
rese und Villeneuve geschrieben. Mehr als ein Decennium später
glänzte C. in jenen Compositionen, und bey ihrem Ableben war sie in
einem Alter von 56 Jahren. Ihre Stimme blieb unverändert, obwohl
sie viele Kinder, ja sogar Drillinge zur Welt gebracht. In ihren letztern
Lebensjahren machte sie noch eine Kunstreise, auf welcher sie 1317 in
B r u n n sang, und dort sehr ausgezeichnet wurde.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie