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verlegt, allein sein Lieblingsstudlum war die Dichtkunst, in der er es
so weit brachte, daß sein Ruf bis zu Kaiser Rudolph I I . drang, wel-
cher ihn nicht nur am 12. Sept. 1596 mit dem Lorbeerkranze krönte,
sondern ihn auch ;um kaiserl. Hofpvsten ernannte. Dessen ungeachtet
verabsäumte er seine BerufÄgeschafte Nie; nnr seine Erholungsstundell
weihte er den Musen. Er war anfangs Stadtschreiber der Neustadt
Prag ; in der Folge kam er zum Zehnmänner-Amte, wurde dann kai-
serl. Notar und endlich Sradtriihter. 1599 verlor C. seinen Vater und
seine erste Gemahlinn; sie waten ihm durch die Pest, welche damahls
in Prag wüthete,entrissen worden. Sein dichterischer Geist beschäf-
tigte sich nun damit, nicht nur auf den Tod beyder verschiedene Ge-
dichte zu schreiben, sonVeM auch jens Gelehrten zu besingen, welche von
der Pest hinweggetafft wurden. Als ev aber in seinen Gedichten die Feh-
lerseiner Mitbürger und Zeitgenossen rügte,^ und mit natürlichen Far-
ben schilderte, zoA er sich dadurch den Haß derselben zu, und mußte die
letzte Zeit seines Lebens in beständigem Hader mit ihnen zubringen. Er
starb den 12. Oct. 16lA Seine gedruckten Schriften sind:<lona5 k
p^taDei , cal-r»in6 re66itu5, PräZ l537. — sateüitium
^oannig I^iiliovici Vivi, eb. 1593. "^ i^orum 56natiii veteriz
bis I-6N0V2W, ^b. 1594. ^— I^iber'^i^i-antmatum, eb. 1595.
^ai-raFo s^nikolioa 5ont6lNi082, eb. 1597. — I^uAubl-ia in
tlim Iianisliz ^.clami a ^Veleglav^ina, ^ro^ i t^po^^I i
5«z, eb. 1599. — I^Hl-eNtaüa darollo a (^ai'lzper^a, palri
ib 6 cai-minum libelli 5ul)iuncti zunt, eb. 1599.
lii,ri tr<35. eb. 1691. "—Historia
p eb. 1612. —-
eto., para^Iirgzi ^isloica 6Xp05itu8< eb.
1612.l2
.-Castaldo/ I oh . Bapt . , Marchese von Cassano, k. k. spa-
nischer General. Familien- und Staatsverbindungen des ö'sterr. - spani-
schen Hauses sind öfters die Veranlassung geworden, daß Deutsche auf
spanischem, Spanier undItaliener auf österreichischem Boden für die Ange-
legenheiten zwar nicht ihres Vaterlandes) aber doch ihres Landesfürsten
thatig waren. So erbath sich der röm. und ungar. König Ferdinand
1550 von Carl V. einen Feldherrn, dessen geprüfter Treue und Ein-
sicht er die Unternehmung auf Siebenbürgen anvertrauen könnte. Das
Kennerauge des kriegserfahrnen Monarchen fiel auf C., der in so vielen
Gefechten in der Lombardie und im Treffen von Pavia unter den
Truppen, die Car l von Bourbon und Phi l iber t von Oranien
führten, die große Schule gemacht, und sowohl bey der Belagerung
von Wien , a!s gegen die schmalkaldischen Bundesgenossen Talent und
Murh erprobt hatte, in dsr letzten Zeit auch den Berathschlagungen bey-
gezogen worden war. So vortheilhaft bekannt, rückte C. mit einem
Heere, das aus spanischen, deutschen^ 'italienischen und ungarischen ge-
dienten Truppen bestand, und mit And're^s Ba tho ry , Thomas
Nadasd und Stephan Losoncz an der Seite, nachdem er bey
Evlau Musterung gehalten, und ftk- jedes Kriegsbedürfniß gesorgt
hatte, an die Theiß vor und nach Siebenbürgen. Auf ungebahnten Ab-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie