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Casti. — Catalinicl). 301
Casti, Giambattista, war l721 zu Prato im Toscanischen
geboren. Auf dem Seminarium zu Montef iascone lag er seinen
Studien mit mehr Talent als Fleiß ob. Seine glückliche Anlage zur
Dichtkunst, die er bald ins Leben treten ließ, erwarb ihm viele Freun-
de. Es ward ihm zu Montef iascone eine Professur und bald darauf
eine.Dompfründe. Der österr. Fürst Rosenberg, welcher C. in Flo-
renz kennen lernte, wurde von seinen Geistesvorzügen so angezogen,
daß er ihn einlud, mit ihm nach Wien zu ziehen/ und sich dem Kaiser
Joseph vorstellen zu lassen. Dieser Monarch fand Geschmack und Ge-
nuß in C.'s Unterhaltung, der sich in Wien sehr gefiel, dessen un-
geachtet aber aus Eitelkejt und Hang zur Veränderung, wiewohl amt-
und titellos, mehreren Gesandtschaften anschloß. In Petersburg,
wie in B e r l i n und andern Städten Deutschlands fand er sich schmei-
chelhaft aufgenommen und ehrenvoll ausgezeichnet. Nach W ien zu-<
rückgekehrt, wurde er von dem Fürsten Rosenberg, Director der
Hofschauspiele, zum kaiserl. Hofpoeten ernannt. Obschon C. nach seiner
distinguirten Stellung in den erlesensten Zirkeln Wien's alle Ursache
haben konnte, mit seinem Lose zufrieden zu seyn, so gab er dennoch
alle diese Vortheile auf, als Joseph I I . gestorben. — C. ging nach
Florenz zurück, und lebte faik ausschließlich der Dichtkunst. Hier
ist es, wo er die meisten seiner Poesien schrieb. 1783 begab er sich nach
Par is ; die Rüstigkeit seines Geistes blieb ihm selbst bis in das Grei-
senalter treu, wie er denn seine „^nimali pIi-lanti" in einem Alter von
70 Jahren dichtete. Er stqrb den 7. Febr. 1803. Das eben genannte di-
dactisch-satyrische Gedicht erschien 1802 zu Par is in 2 Bdn., und in
3 Bdn. desselben Jahres; später in mehreren Auftagen in Italien; am
vollständigsten London (Florenz) 1822. Eine französische Übersetzung kam
in Prosa, 5 Thle., Liege l813, und eine deutsche metrische, 3 Thle.,
Bremen 1317, heraus. Seine „Novelle galantj" erlebten ebenfalls
mehrere Ausgaben: Paris 1793, in3Thln.; eb. 1804 (sehr vermehrt),
und verschiedene schlechte Nachdrücke in Italien. Deren gibt es auch von sei«
nen: ^0^5,6 liriclie, Verona 1794; il poema ^ai-tai-o, Mailand
1303; 2 Thle., eb. 1804. Seine H^elo^i-ammi erschienen in einer
schönen Ausgabe, Mailand 1824; seine Opere scelte, 4 Bde., Paris
1329; seine Opere varie, 6 Bde., Paris (Pisa) 1821. Die neue
Berliner Ausgabe seiner Werke ist durch allzu viele Druckfehler entstellt.
C.'s Genius anlangend, so ist bekannt, daß er dem Eros angehört,
während seine anziehende Lebendigkeit und die Zierlichkeit des Ausdrucks
seltnen Rei; athmen.
Catalinicl), Io l ) . , ist geboren zu Castel nuovo in Dalma-
tien den 25. Avril 1779. Er studirte im Seminarium zu Spala to
die Theologie. 2l Jahre alt, wurde er Secretar der Ortsobrigkeit zu
Im o schi. Während der französischen Herrschaft wurde er Friedensrich-
ter in S i g n ; 1309 jedoch in österr. Diensten Commandant einer ^
Compagnie des Szluiner-Regiments, und 1813 Husaren-Rittmeister
und Escadrons-Commandant, dann Major bey Franz Car l Infan-
terie Nr. 52. Als solcher pensionin, lebte C. zu Sva la to , mildem
schönsten Beruf und vielen Vorkenntniffen dem Studium der Geschichte
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie