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393 C a u t i g. — l e r e s a.
seineS Vaterlandes obliegend. Ein würdiges Resultat desselben ist seine
Swi-ia 66l1a valmaxia, 3 Bde., Zara 1825.
* Caucig, Franz, starb den 18. Nov. 1823.
Ceresa, Carl v. , Dr. der Philosophie und Medicin, mehrerer
gelehrten Gesellschaften correspondirendes Mitglied, entstammt einer an-
gesehenen Familie der Lombardie. Frühzeitig im Genuße einer sorgfal'
tigen Erziehung, zeichnete er sich schon in den verschiedenen Zweigen der
Iugendstudien vorthetlhaft aus, insbesondere aber in d.en schönen Wis-
senschaften und in der Physik, wovon er in den akademischen Versamm«
lungen manche schone Proben seiner glücklichen Verwendung gab. Mit
verdoppeltem Eifer widmete er sich den physikalischen Wissenschafren auf
der Hochschule zu Pav ia , unter der Anleitung des berühmten Prof.
Alex. Vol t a, dessen Beobachtungen über die Identität der Electrici-
lät und des Galvanismus er Einer der ersten wiederholte. In Folge sei-
ner vorherrschenden Neigung für die Naturwissenschaften wählte er die
Medicin zum Berufsstudium, und hatte das Glück, Männer wie Scar^
pa, Presc iani , B rugna te l l i , Rasor i , Moscat i , Nag-
g ia , Borda u. a. zu Lehrern zu haben. Er erhielt die medicinische
Doctorwürde im 20. Jahre seines Alters. Der europäische Ruf, welchen
damahls der, durch seine classischen Schriften allgemein bekannte Prof.
Peter Frank genoß, bewog C. nach Wien zu Fehen, um unter
der Anleirung dieses großen Arztes seine präctischen Kenntnisse zu berei-
chern. Er pracncirte zu diesem Ende 2 volle Jahre im allg. Kranken-
hause zu Wien, und wollte hierauf auch die Heilanstalten und den
Stand des medicinischen Wissens in andern Hauptstädten von Europa
aus eigener Ansicht kennen lernen; aber ein schweres und langwieriges
Spitalfieber vereitelte dieses Vorhaben, und erbeschloß in Wien seinen
bleibenden Aufenthalt zu nehmen. Nur auf kurze Zwischenzeit ließ er
sich bereitwillig finden, die Fürstinn Poniatowska als erster Leibarzt
zu begleiten, und als er wieder zurückgekehrt war, konnten keine, auch
noch so glänzende Anträge, die er nach Italien, Polen, Rußland :c<
erhielt, ihn bewegen, Wien, das er zu seiner zweyten Vaterstadt er-
koren hatte , wieder zu verlassen. In seiner Laufbahn als practischer
Arzt in Wien gab er nicht wenige Beweise eines sichern inwohnenden
Tactes und vollbrachte mit glücklichem Erfolge viele außerordentliche und
schwierige Heilungen angesehener Patienten, Dabey leistete er viele
Jahre hindurch den Armen nicht nur unentgeldliche ärztliche Dienste,
sondern lieferte ihnen selbst die nöthigen Arzneyen aus eigenen Mitteln,
worüber unter andern der Director der italienischen Narionalkirche ein
danknehmendes Zeugniß auszustellen sich bewogen fand. C. verlor in
seinem practischenWirkungskreise niemahls jene überlegte Mäßigung aus
dem Blicke, welche allein die Heilkunst, ihrem Zwecke gemäß, heil-
bringend machen kann. Als Beweis hiervon dienen selbst alle seine Schrif-
ten, und darunter gleich eine seiner frühesten literarischen Arbeiten:
I?rinci^i 6 leßßi Aenerali di li!o5l)li2 e ine^icina Lpeculativa^Wien
1817. In diesem Werke hatte er die schwierige Aufgabe zu lösen, die
Darstellung so abstracter Gegenstände in der italienischen Sprache zu
vermitteln, und seinen Landsleuttn die fremden Ideen und Systeme der
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie