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406 Colth's, D . , Sohnu.Comp. — Colloredo-Manofeld.
auf 30,000 Gulden Conv. Münze geschcitzteHaushalfte zu einer Stiftung
für die Erziehung von verwaisten Militarknaben widmete. Diese mild-
thätige Verfügung wurde von der niederösterr. Landesregierung und dem
niederösterr. General-Commando am 28. Dec. 1827 würdigend zur
öffentlichen Kunde gebracht. Ein Neffe von ihm ist königl. preuß. Land-
rath des Aachener Stadtkreises. Außer den genannten dienten auch noch
mehrere andere Mitglieder der Familie v. Coels mit Auszeichnung dem
Hause Osterreich.
lo i th 's , D., Sohn und Comp., ist die Firma einer Groß.
Handlung in Wien, wel^e sich durch mehrere großartige Speculatio-
nen, besonders durch die Übernahme und Garantie mehrerer der bedeu-
tendsten großen Güter-Lotterien, wie überhaupt durch sehr ausge-
breitete Geschäfte seit einer Reihe von Jahren ausgezeichnet. Chef der-
selben ist Christian Heinr. Edler v. Coi th , Inhaber der k. k. priv.
Baumwollgarn-Spinnfabrik zu Fahrafeld in Niederösterreich. G.
W. Gebhard führt die Firma als öffentlicher Gesellschafter. (Die
Schreibstube und Niederlage dieser Großhandlung befinden sich in der
Singerstraße Nr. 894.)
Colloredo-Mansfeld, Ferd. Graf v. , geboren zu Wien
1777/ ist der Sohn des ehemahligen Reichs. Vicekanzlers und Mini-
sters Fürsten Franz Gundackerv. Co l lo redo-Mansfe ld , und
der jüngste seiner Brüder. Nachdem er den ersten Unterricht in seiner
Vaterstadt genossen, und durch eine sorgliche Erziehung jenen Grad
von Ausbildung erlangt hatte, um zu den höhern Studien übertreten
zu können, bezog er schon in seinem 16. Jahre die Universität zu
Würzbu rg , und 2 Jahre später jene zu Göt t ingen, wo er sich
mit voller Kraft auf alle Zweige des höhern Wissens, und vorzüglich
auf das Studium der Cameralwissenschaften warf. Diplomatie war
das Feld, in welchem er sich künftig bewegen sollte. Als er jene Hoch»
schule verließ, erhielt er 1798 seine erste Anstellung bey der kaiserl.
Principal-Commission am Reichstage zu Regens bürg, und wurde
schon 1801 zum churböhmischen Gesandten auf dem Reichstage ernannt.
Hier besorgte C. nach dem Tode des churmainzischen Directorial-Mini-
sters v. Steigentesch das Directorium bis zur Ernennung des Freyh.
von A lb in i zu dieser Stelle, und übernahm bey der R?ichsdeputa«
tion, welche während dieser Zeit zusammentrat, nach der Abreise'des
Freyh. v. Schraut t , die churböhmische Stimme. 1303 wurde er als
außerordentlicher Gesandter nach Neapel ernannt; legte aber diese Stelle
noch vor seinem Antritte zurück, und nahm seinen Abschied vom diplo,
malischen Dienste. 1805 übernahm er die von seinem Vater erkaufte
Herrschaft Staatz in Niederösterreich, und widmete sich daselbst der
practischen Landwirthschaft bis 1806 , wo jene unvergeßliche Kriegs-
epoche die Organisirung der Landwehr erheischte, bey welcher C. die
Bildung einer Compagnie derselben übernahm, und zu Ende jenes
Jahres als Major die Führung eines Bataillons übertragen erhielt,
mit dem er 1309 den Feldzug gegen Napoleon mitmachte. Am zweyten
Tage der Schlacht bey Wagram deckte er mit seinem Bataillon den
Rückzug des 6. Armee-Corps, ward gegen Abend verwundet,., und
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie