Page - 409 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Volume 6
Image of the Page - 409 -
Text of the Page - 409 -
Aufsicht bey Errichtung deS prächtigen Altarstückes und den ülrigenVcr-
gearbeitet; auch glänzt er durch Gewandtheit seineS Meißels. In der
Villa Melz i am Comersee ist von seiner Hand ein großer Saal voll
Büsten in carrarischem Marmor, theils lebender Personen, theils Co-
pien berühmter Antiken. Im Garten dieser Villa ist die vortreffliche
Gruppe: Dante , von Beatr ice in die himmlischen Regionen ge-
führt, ein Werk dieses Künstlers. Hier ist alles kräftig und mit Einsicht
behandelt; der Styl ist edel und die Formen correct und rein. Von sei-
ner Hand sind daselbst auch die Statuen von Dante und A l f i e r i ,
und die Christusstatue im Oratorium, die aber nicht zu seinen vorzüg-
lichsten Werken gehört.
* <Ü0iio6rt3 8^iritn6i8. Von dem schönen Wunsche beseelt, zur
Emporbringung und Vervollkommnung classischer Musik mit allen Kräf-
ten zu wirken, veranstaltete die Comite dieser hochverdienten Anstalt im
Sommer 1834 eine Preisausschreibung von 20 Stück Ducaten für die
gelungenste Symphonie, welche zur ersten Aufführung in den (!. 5.
1836 bestimmt wurde. Da dieser Preis an sich fast unbedeutend erscheint,
der Componist fast nur durch die Ehre bezahlt wird, von den sachkun-
digsten Männern Wien's beurtheilt und gekrönt zu werden, und da
demungeachtet 53 Werke fast aus allen Ländern Europa's zur Concur-
renz eingereicht wurden, so zeigte sich bey dieser Gelegenheit auf das
glänzendste, wie viel man durch gute Verwendung auch beschränkter
Mittel auszurichten vermag, und daß die Kunst im Fortschreiten begrif-
fen seyn müsse. Den Preis erhielt der bereits durch frühere geniale Lei-
stungen im Instrumentalfache rühmlichst bekannte Compositeur Franz
Lachner (s. d.), dessen geist- und phantasievolles Werk, unter dem
Titel: sinfonia pIssionata (in (Ü-minoi-), auch bey dem ersten don-
cen Zpii-itue! den 18. Febr. 1336 mit einstimmigem Beyfalle aufge-
nommen wurde. Nebstdem erklärte die Comite noch 3 zur Preisbewer-
bung eingereichte Werke, die nach der Preis-Symphonie die meisten
Stimmen erhielten, und zwar die Nummern 53, 50 und 30 für sehr
gelungen und sich zum Ankaufe derselben bereit. Dem zufolge bekannte
sich auch der Zögling des Warschauer Conservatoriums, I o h . Fel ix
Dobrzinski, als Verfasser der Symphonie Nr. 53, und der groß-
herzogl. baden'sche HofcCapellmeister, Ios. S t rauß , als Verfasser
der Symphonie Nr. 30, wonach die Unternehmer der dl. 8., da die 4
bestimmten Concerte schon gegeben waren, sich entschlossen, noch 2
Concerte zu geben, in welchen nicht nur diese Symphonien, sondern
auch die Lachn er'sche Preis-Symphonie noch einmahl zur Auffüh-
rung gebracht wurden. Der Abonnementspreis für diese beyden Con-
certe ward mit 2 Gulden C. M. für einen Sperrsitz, und mit 1 Gul-
den C. M. für ein Eintrittsbillet festgesetzt, jedoch die Hälfte des reinen
Ertrags für den Pensionsfond der Witwen und Waisen der Tonkünstler
in Wien bestimmt. Außer den genannten Symphonien waren die vor-
züglichsten Stücke, welche in den dießjährigen 6 6. 5. zur Anhörung
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie