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4 W C o n t a r i n i .
gebracht wurden, folgende: Fuge für Chor und Orchester von Worzi -
sch ek, hier noch nie aufgeführt; Krö'nungshymne und Trauerchor von
Händel , hier ebenfalls noch nie gehört; Symphonie in v-<lur und
^.clur von Beethoven; Clavierconcert in C-minoi- von Beetho-
ven; Clavierconcert in C-minor von Mozar t ; die Weihe der Töne,
Symphonie vonSpohr; Tedeum vonIos. Haydn, und noch meh.
rere gediegene Tonstücke von B eeth ov en, Mozart , Mich. Haydn,
Spohr :c. Das Auditorium war jederzeit sehr zahlreich und gewählt;
noch vor Beginn der Concerte waren bereits alle Sperrsitze vergriffen,
der Beyfall war groß und gerecht. Auf diese Weise muß bey dem uner-
müdlichen Wirken der Unternehmer das schöne Institut der (!. 8., schon
jetzt fest begründet und auf breiten Fundamenten beruhend, immer blü»
hender werden und sicherer dem vorgesteckten Ziele, Emporbringung clas-
sischer Tonkunst, zusteuern; denn nichts befeuert mehr, als die gerechte,
unparteyische Würdigung kompetenter Kunstkenner, aus welchen zum
größten Theile das Auditorium der d.5. besteht; die Unternehmer ihrer-
seits scheuen keine Opfer, keine Mühe, wo es sich um die wahren In«
teressen der Kunst handelt. Durch diese Wechselwirkung läßt sich in der
Folge das Höchste erwarten; diese herrlichen Concerte befestigen immer
mehr ihren wohlerworbenen Nuhm, der sich einst, wenn, wie aller-
dings zu hoffen steht, Bemühung einer- und Empfänglichkeit anderer«
seits, auf gleicher Stufe bleibt, zum europäischen machen muß. Eine
dritte Symvhonie in 1^5-äui-, von dem rühmlich bekannten Tonsetzer
Bernb. Randhar t inger, welche sich ebenfalls unter den ausge-
zeichnetsten Einsendungen für die 0. 5. befand, und welche sich einer
ehrenden Erwähnung würdig gemacht hatte, wurde Anfangs April 1336
in einem Concerte, welches dieser Componist im Locale des Musikvereins
gab, zur Aufführung gebracht, und hatte sich ebenfalls des Beyfalls
aller Kenner zur erfreuen, wobey ebenfalls der Comite der 6. 8. Dank
gezollt werden muß, daß durch deren liberale Anregung das seit Beet-
hoven's Tode so ziemlich verwaiste Feld der Symphonien wieder so
schöne Früchte zu tragen beginnt.
Contarini, G iovann i , Portrat- und Historienmaler, gebo-
ren zu Venedig 1549, war anfangs Notar, verließ aber den Advo-
catenstand, um sich der Malerey zu widmen, in welcher er sich Tinto-
ret to zum Studium wählte. Später folgte er ganz der Weise Ti-
zian's, und ward einer der bessern venetianischen Maler seines Zeit-
alters. Seine Hauptstärke war im Porirät, dem er, bey einer meister-
haften Behandlung, die höchste Ähnlichkeit verlieh. So erzählt man,
daß seinem Bildnisse des Marco Dolce die Hunde und Katzen des
Hauses, als ihrem Herrn, schmeichelten. Er verstand es jedoch auch
sehrgut, mythologische Gegenstände darzustellen, und auch in Wand-
gemälden war er trefflich. Voll Leben ist das Deckengemälde, die Auf-
erstehung, in S. Francesco^zu Venedig. Diese Stadt hat über-
haupt schätzbare Werke von ihm, und auch im Auslande finden sich sol-
che. C. arbeitete viel am Hofe Rudolph's I I - , wo er sich die Ritter-
würde erwarb. Er starb zuPrag 1605.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie