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416 D a m p f s c h i f f f a h r t .
hohe Wasserstand erlaubt, von Pesth nach Preßburg zurück.'Die.
ses ist in den Monathen April bis Iuny gewöhnlich der Fall; Iuly bis
November befahrt es die Strecke von Skela-Gladova nach Gal ,
lacz und. wieder zurück. Übrigens wird auch die Verbindung zwischen
Preßbu^g und Wien durch eigene elegante Yachtschiffe unterhal-
ten, deren Einschissungsplatz in Wien bey der Ferdinandsbrücke ist.
Die Person zahlt auf denselben von Wien bis Preß bürg 2 fl. C.M.
und hat 60 Pfund Gepäck frey. 2) Nädor (Pa la t in ) , von 42
Pferde Kraft, defahrt in den Monathen Iuny bis November die Strecke
von Wien nachPreßbur g und Pesth und wieder zurück, und über.
nimmt zu diesem Ende den 10. Iuny von der Pannonia den Dienst der
Fahrt. 3)Zr in y,von 80 Pferde Kraft befahrt, so lange dieDonau offen
ist, die Strecke vonPesth nach Seml in undDrenkova, dann wie-
der zurück. 4) Franz I. von 60 Pferde Kraft, befahrt vom Iuly bis
November dieselbe Strecke. 5) Argo, von 50 Pferde Kraft, befahrt
fo lange die Donau offen ist, die Strecke von Skela-Gladova
bis Gallacz und wieder zurück. Dieselbe Strecke wird vom Iuly bis
November, wie bereits erwähnt, auch von der P a n n o n i a von
26 Pferde Kraft befahren. 6)Ferdinand I., das größte Dampfboot
von 100 Pferde Kraft, befahrt, so lange die Donau offen ist, die Stre-
cke von Gallacz nach Constantinopel und wieder zurück. Dieses
ausgezeichnet schöne Fahrzeug wurde 1835 auf der Triester Schiffs-
werfte unter der Leitung des Schiffs-Ingenieurs Vincenzo Pol l i .
erbaut; e5 hat eine Lange von 150 und eine Breite von 35 englischen
Schuhen, ist durchaus mit Kupfer beschlagen und mit 4 erzenen Kano-
nen bewaffnet, geht im beladenen Zustand 7Z Fuß tief unter Wasser,
faßt 300 Tonnen, und kann im Passagiers-Raume bequem 70 Perso-
nen unterbringen. Seine Dampfmaschine, ein Werk der berühmten
Gießerey vonBulton und Wa t t , mißt 47 Fuß in der Länge. Im
Hintertheile des Schiffes befinden sich 2 große, lichte und geräumige
Zimmer, wovon eines mit 22 Betten für Männer, das andere mit 12
Betten für Frauenspersonen eingerichtet ist. Die innere Einrichtung ist
durchaus elegant und bequem, besonders zeichnet sich in dieser Hinsicht
das große Conversationszimmer im Hintertheile aus. 7) Ma r i a D o,
r o thea, von 70 Pferde Kraft, wurde durch die Wiener Dampfschiff-
fahrts-Gesellschaft schon im Sommer 1834 auf der Triester Schiffs«
werfte erbaut, unterhält durch einmahlige wöchentliche Fahrt die Ver«»
bindung zwischen Constantinopel und Smyrna , und ist eben-
falls durch seine vortreffliche Bauart ausgezeichnet. Der Bau des 8.
Gesellschafts-Dampfschiffes Ar p ad, das bey einer Maschine von 80
Pferde Kraft, durch eine an den Donau-Dampfschiffen noch nicht an-
gebrachte Construction, selbst bey voller Ladung nicht über 3 Fuß ein-
sinken wird, und daher zur Befahrung 'der mißlichsten Stromstrecke
zwischen Drenkova und O r s o v a bestimmt ist, wird auf dem
Schiffswerft bey Al t -Ofen mit der größten Thätigkeit betrieben, so
daß es bald zu einer Probefahrt gebraucht werden soll. Die k. k. allg.
Hofkammer hat am 11. Iuly 1836 der k. k. vrivil. ersten Donau-
Dampfschifffahrts-Gesellschaft in Wien für die Dauer von 15 Jahren
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie