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Gries. — Groß-Hoffinger. lt>3
ehemahligen und jetzigen Besitzer; von welchen, jene der „Ruinetl von
Kosteletz an der Sazawa und des bewohnten Bergschlosses Konopischt im
Perauner Kreise" ehestens im Buchhandel erscheinen.
Gr ies, tyrol. Dorf im Botzener Kreise, in der Nähe von Bo-
hen, hat eine 1165 vom Grafen Arnold v. Greifenstein gestif-
tete Abtey der regulirten Chorherren vom heil. August in mit einer 92
Schritte langen Kirche, welche gute Gemälde von Kno l le r und hüb-
sche Mosaikarbeiten enthält.
Groß-5'augsdorf, ansehnlicher niederösterr. Marktflecken im
V> U. M. B. , in flacher Lage am Pulkaubache, zahlt 1,370 Einw.
und hat ein Schloß, einen nicht ungeräumigen Marktplatz mit einer
Mcuiensaule und ein Bürgerspital. Seinen Haupterwerb: zieht der Ort
aus dem Weinbau, der hier'vortrefflich gedeiht und einen guten Land-
wein liefert, der meistens nach Wien verkauft wird.
Groß-soff inger, Ant. Ioh . , Dr. der Philosophie, Mitglied
der 3ociet6 6e ßeoßra^liie zu Par is und mehrerer gelehrten Gesell-
schaften in Deutschland, wurde den 22. May 1808 zu Wien geboren.
Zum Militär bestimmt, begab er sich 1816 nach Budweis und absol-
virte dort die 6 Gymnasialclassen. 1824 kehrte er nach Wien zu-
rück. Da jedoch weiterhin weder seine unregelmäßigen Universitätsstu-
dien, noch seine schriftstellerischen Arbeiten in Zeitschriften :c. zu einem
für das Leben entscheidenden Resultate fübrten, so trat er 1827, sei-
nem Plane gemäß, in Militärdienste, mit dem Vorsatze, sich für den
General-Quartiermeisterstab auszubilden. Nachdem er jedoch ein Jahr im
8. Linien-Inf.-Regimeme (Erzherzog Ludwig) zu I g l a u als Cadet
gedient, zwangen ihn seine durch die gewöhnlichen Militarfatiquen an-
gegriffenen Gesundheitsumstande wieder seinen Abschied zu nehmen, und
seine unterbrochenen Studien fortzusetzen. Nach verschiedenen vaterlandi-
schen Reisen verfaßte er seinen ersten geographischen Versuch: Reiseta-
schenbuch für Donaufabrer (Wien 1830), welchem seine kleine Schrift:
Der Kahlenberg (eb. 1832), folgte. In der Absicht, sich zum Lehramte
vorzubereiten und zugleich als Schriftsteller selbstständiger aufzutreten,
begab er sich 1829 nach München, wo er eine Zeitlang die Hochschule
besuchte und seine Reiseerfahrungen schon in einem größeren Werke:
Handbuch für Reisende durch die österr. Monarchie (München 1830, 2.
Aufi. eb. 1334) dem Publicum mittheilte. Er begqb sich dann von Hal-
berstadt, wo er mit der B rügg e man n'schen Buchhandlung das
neueste Conversationslericon begründet hatte, nach Leipzig, wo er
das Bürgerrecht erwarb und sein Project eines geographischen Instituts
auszuführen sich vornahm. Einige Capitalisten erbothen sich, die nöthi-
gen Mittel zu schaffen und die kommerzielle Leitung zu übernehmen. Die
Thätigkeit des Instituts sollte mit Herausgabe eines Werkes unter dem
Titel: Allgemeine Weltkunde, beginnen. Diese sollte in 50 Bänden (mit
3W Beylagen) die Geschichte, Geographie und Statistik aller Lander
der Welt umfassen, und zugleich in 3 Sprachen erscheinen. Die ausge«
zeichnetsten Gelehrten Deutschlands und Frankreichs wurden dazu aufge-
fordert; die geographischen Institute in Par is und London sollten
die Sache fördern. Einer der Unternehmer, durch Fallimente sehr ge-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie