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166 Grünn e. — Gschwandl.
mit vielem Erfolge gab,itnd hielt sich eine Zeitlang in München, dann
in B e r l i n auf. Ihre beliebtesten Rollen waren, mindestens in
Wien: Gräfinn in M o z a r t's „Figaro;" Rosine im „Barbier von Se-
villa;" Vitellia im„Titus;" Donna Anna im „Don Juan;" Laura
in „(508i sann' tutte;" Desdemona in „Othello;" Julie in der „Vesta-
linn" :c. — Ihre Tochter gleiches Nahmens, geb. 1812, trat zuerst 1323 zu
Wien als Cherubim inMozar t's „Figaro" auf, und gefiel durch eine sehr
angenehme Stimme und eine gewisse Naivetät ihres Spieles, obwohl erstere
weder an Kraft noch Umfang jener ihrer Mutter nahe kommt. In der
Folge gab sie noch einige Rollen, worunter jene der Bertha von Bru-
neck inRossin i's „Wilhelm Tell" die bedeutendste war, mit Beyfall, und
erhielt dann ein Engagement im königstädtischen, und demnächst im kö-
m'gl. Theater in Ber l in , wo sie sich noch gegenwärtig befindet, und
sich besonders in jenen Parthien auszeichnet, welche mehr Anmuth und
zarte Schönheit, als Kraft und vollendete Declamation erfordern.
Grünne, Philipp Ferd. N)ilh. Graf v., Commandeur des
Leopold- und Ritter des milit. Maria Theresien-Ordens, General der
Cavallerie, und 2. Inhaber des Uhlanen- Regiments Nr. 3., Oberst-
hofmeister bey dem Hosstaat des Erzherzogs C a r l, dann Mitglied der
k. k. Landwirthschafts - Gesellschaften in Wien und Klagen fürt, ist
geboren zu Dresden den 15. May 1762. Er fing als Lieutenant bey
dem Cuirassier-Regiments Herzog Albrecht 1790 zu dienen an, und
machte als Rittmeister unter Kaiser Dragoner den letzten Feldzug gegen
die Türken mit. Sodann wurde er beym Erzherzog Carl zu Brüssel
angestellt, und machte die erste französische Campagne 1792 als Major
bey Erzherzog Joseph Dragoner, die folgende 1793 in den Nieder-
landen als Flügeladjutant des Kaisers Franz, jene von 1794—95
als Oberstlieutenant, jene von 1796 — 97 als Oberst und General-
Adjutant am Rhein, endlich die von 1799 als Regiments-Comman-
dant des Dragoner-Regiments Kronprinz Ferdinand mit, und
wurde bey Eröffnung der Campagne 1800 Generalmajor. Er schloß
am 25. Dec. zu Steyer im Nahmen des Erzherzogs Carl die letzte,
dem Luneviller Frieden unmittelbar vorhergegangene Demarcation§-
und Waffenstillstands - Convention mit dem von französischer Seite von
dem Obergeneral Moreau dazu bevollmächtigten Brigade-General
Lahorie. 1805 wurde er als Referent und General - Director der
Kriegsministerial-Bureaux bey dem damahligen Generalissimus Erzher-
zog Carl angestellt,und fernerhin auch zum Feldmarschall-Lieutenant
befördert. Seinen mannigfachen Verdiensten wurden obige Auszeichnun-
gen und Beförderungen zu Theil.
Gschwandl, Ios-, Compositeur und Musiklehrer, ist geboren
zu Gmünd in Oberkärnthen. Er erhielt seinen ersten Schul- und
Musikunterricht von dem dortigen Stadtschullehrer; da er in der Musik sehr
gute Fortschritte machte, so ertheilte ihm später im Generalbasse Peter
Edelmann, Chorregent in Vil lach, während der Zeit Unterricht,
als G. dort den Lehrcurs für Schullehrer hörte. Andere Mufikliebhaber
ertheilten ihm unentgeldlichen Unterricht im Violin- und Cjavierspielen,
dann im Blasen des Waldhorns und der Trompete. 1819 kam G. als
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie