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aeschaft, und haöen es durch, ihre Verbindungen auf den fernsten Plä-
tzen des ^lllslandes und durch Beharrlichkeit dahin gebracht, verschiede-
lieN/ bisher beynahe gar nicht beachteten Producten böhmischer Indu?
stne Auswege zu finden. — Sie beschäftigen in ihrem Geschäfte 215 In -
dividuen; diejenigen Hülfsarbeiter nicht mitgerechnet, welche außer
dem Haufe arbeiten.
:' Dackel, Iol) . Christoph, wurde am 10. Jan. 1753zuKlein-
Pocken in Böhmen geboren. Der Sohn unbemittelter Hltern, kam
er dntch einen Freund seines Vaters nach Laib ach. Bey einer guten
Stimme und einiger musikalischen Vorbildung wurde er in das Gym-
nasium aufgenommen, studirte mit musterhaftem Fleiße, und bildete
sich neben bey in der Musik aus, so daß er Chorregent bey St . Jacob
in Laibach wurde. Nachzurückgelegten philosophischen Studien kam
er nach Wien, und wurde an der Universität zum Arzte graduirt. Er
erwarb sich bald durch seine Kenntnisse und sein liebevolles Betragen das
Wohlwollen und die'Achtung seiner Mitbürger, wurde Arzt im k. k.
Stadtconvicte, und behandelte die Zöglinge des k. k. Taubstummen-
Instituts durch 6 Jahre unentgeldllch, worüber ihm von der Landes-
regierung die besondere Zufriedenheit bezeugt wurde. Eine zunehmende
Augenschwäche, welche endlich in ganzliche Erblindung überging, trat
semer Thätigkeit hemmend in den Weg. Er starb den 26. May 1814.
H. gab im Druck heraus: Von den Arzneymitteln und deren ursprüngli-
chen Unterschied, 3 Bde., Wien 1793—94. — Beschreibung der in die
österr. Pharmakopöe neu aufgenommenen Arzneykörper, eb. 1795. —
Anleitung zum Gebrauche der zur Erhaltung der Gesundheit nöthigen
Dinge, 2 Bde. eb., 1799. — Abhandlung über die Natur, Verwandt-
schaft, Vorbauung und Heilung der hartnäckigsten Krankheiten, 2Bde.,
eb. 1807.
HackiNg, mederösserr. Dorf im V. U. W. W. , in sehr anmuthi-
ger und gesunder Gegend, an der Wien und an dem stark abhängigen
Hackingerberge, hat 130 Einw. und ein Schloß mit hübschem Garten.
Bey dem Meisl'schen Landhause befindet sich ein Park. Auch besteht
hier eine Zitz- und Kattunmanufactur, und an der Wien sieht man
noch die Pflanzungen von Maulbeerbaumen , welche die Kaiserinn Ma-
li a Theresia zur Beförderung der Seidencultur anlegen ließ.
Hadres, großes niederosterr. Dorf im V. tt. M. B. , am Pul-
kaubache und nahe an der mährischen Gränze, hat 1,560 Einw., die
starken Weinbau und Weinhandel treiben, ein kleines Schloß und ein
der Gemeinde gehöriges Armenhaus. Auf dem Buchberge werden Kalk-
steine gebrochen.
* sammer, Ios. Ritter v., seit 1836 Freyh. v. Hammer-
Purgshall. Er schrieb noch: Ital ia, in 101 Ständchen, besungen
von einem Morgenländer, Darmstadt 1330. (Anonym).—Von seinem
mächtigen Werke (ehrfurchtgebietbendes Lebens- und Manneswerk!):
Geschichte des osmanifchen Reichs, erschien eine italienische Übersetzung
von Romanini in 24 Theilen, Venedig 13H3—31; eine französische
bon I. He l l s r t , 20 Bde., mit 21 Charten und 1.5 Planen, begann
zu Paris im September 1325. Neu sind von -ihm: Geschichte der os-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie