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manischen Dichtkunst, l .Bd. , Pesth 1836. (Dem Sultan Ma h mu d
gewidmet. Auf 4 Bande angetragen.) — Duftkörner aus pers. Dichtern,
Stuttg. 1826. — H.'s von ihm selbst mit vielen Opfern gesammelte Biblio-
thek (s. die interessante Erzählung in der Vorrede zur Gesch. des osman.
Reichs) ist die reichste und wichtigste aller oriental. Privatbibliotheken, und
in Ansehung der arabischen, persischen und türkischen Manuscripte von hoher
Bedeutung. (Eine Übersicht der zur osman. Geschichte gehörigen 200 und
der Catalog der übrigen 400 Handschriften lauft durch 5 Jahrgänge der
Wiener Jahrbücher der Literatur :c.) — H. ist Herr und Landmann in
Steyermark, dann Mitglied folgender Gelehrten-Vereine: Der Aka-
demien der Wissenschaften zu Petersburg, Amsterdam, Ber l in ,
Caen, Kopenhagen, Oöt t ingen , München und Tur in ;
der oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Görl i tz; der
Gesellschaft für Literatur zu London und der geographischen Gesell-
schaft in Par is ; Ehrenmitglied der philosophischen Gesellschaft zuCam-
bridge; correspondirendes Mitglied der Akademien zu Warschau und
Stockholm; Mitglied der Gesellschaft der Alterthumsforscher der
Normandie, der Commission der Alterthümer zu K o pen Hag en, des
nassauischen Vereins für Alterthumskunde und des Athenäums zu Ve-
nedig; der Akademie der bild. Künste in Wien; der Landwirthschafts-Ge-
sellschaften inWien und Grä tz; der (^eoi-ßotili zuFlorenz; der philos.
Gesellschaft zuPhi ladelphia, und der asiat. vonLondon, Par is,
Bombay, Madras und Calcut ta; eines der 3 ausmärt. Mitglieder
verfranz. Akademie der Geschichte und Wissenschaften. Mitglied der ^ca-
äemie 6«5 in8ci-iption8 zu Par is wurde er 1335, an Carl Wilh.
v. Humboldt's Stelle. — H.'s Nahme ist Ruhm! Schön und edel
beleuchtet hat ihn erst neuerlich eines Berufenen Meisterfeder in den Hei-
delberger Jahrbüchern, Prof. Umbreit. Dieß sind die Worte: „Es
gehört zu den erfreulichsten Wahrnehmungen, die der theilnehmende
Beobachter des Lebens und der Literatur machen kann, wenn er sieht,
wie ein hochbegabter Geist, der die mannigfaltigsten Talente in sich ver-
birgt, durch eine günstige Fügung des Geschicks in diejenige Sphäre
bestimmter Wirksamkeit versetzt wird, in welcher es ihm nicht bloß ver-
gönnt, fondern selbst zur Pflicht gemacht ist, die vorherrschendste und
bedeutendste Gabe, zur höchstmöglichen Entwicklung und Vollendung
in entsprechenden Thaten und Werken zu bringen. Joseph v. Ham-
mer, von welchem in einem noch höheren Grade dasjenige gilt, was
er selbst von Jean Pau l gesagt, daß es scheine, als habe sich sein
Genius aus dem Osten in den Westen verirrt, gehört zu jenen hochbe-
günstigten Naturen. Thut man einen tieferen Blick auf den Grund sei-
ner in bestaunungswürdiger Frische und Raschheit vielfach zu Tage ge-
förderten Werke, läßt sich die reichgestaltige Schöpferkraft nimmer ver-
kennen, die in allen Gebiethen des Wissens, wohin sie sich auch selbst-
bildend gewandt haben möchte, Ungemeines wird hervorgebracht haben.
Aber jeglichem seiner Werke würde der scharf individualisirte Verfasser
doch lmmer das Gepräge des orientalischen Geistes aufgedrückt haben:
denn eben, weil seine Schriften lebendige Erzeugnisse sind, und keine
todtgebornen Bücher, müssen sie die eine vorwaltende Kraft des Gemü-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie