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474 sauer, die Ritter und Freyherren.
hielt für dieses verdienstvolle Unternehmen (ein ähnliches Prachtwerl m
Eleganz und Schönheit ward bisher im Musikhandel noch nicht geliefert)
die silberne Medaille als ersten Preis zuerkannt. Der Kaiser von Ruß-
land belohnte den Verleger mit einem überaus kostbaren Brillantring,
und der König von Preußen mit der großen goldenen Medaille für Kunst
' und Wissenschaft. H.'s neuer Verlags-Catalog (an soliden Werken un-
streitig der stärkste in der Monarchie) zeigt eine genaue Übersicht des Ge-
leisteten, und dient dazu, nicht allein die Thätigkeit und Betriebsamkeit,
sondern auch den Geist und die leitenden Ansichren dieses Geschäftsman-
nes zu beurtheilen. Hierüber hat sich besonders ein competenter Beur-
theiler, Freyh. v. Lannoy (in der Wiener Theaterzeitung) ausgespro-
chen.— Reisenden Künstlern ist H., wie allgemein bekannt, ein freund-
licher Anhaltspunct voll Willfährigkeit, Diensteifer und Aufopferung m
all ihren artistischen, selbst in ihren Privat-Angelegenheiten; dieß bil-
lig ohne Unterschied der Nationalität. — Ein anderer großer Artikel,
Händel's Oratorium „Belsazer," nach der verdienstvollen Bearbeitung
von Ign.F. v.Mosel ist (inPartitnr, Clavierauszug und den einzel-
nen Chorstimmen) seiner Vollendung ganz nahe, und wird als Fortse-
tzung dieser classischen Werke ein würdig ähnliches Seitenstück zu dessen
Iephta in H.'s Verlag seyn. Dieser unermüdet thätige Verleger hat
ferner die durch den Ausspruch der Kunstrichter nach Stimmenmehrheit ge-
wählte Preis - Symphonie für die (^oncei-ts spiritueis in Wien, sin-
tonia p255ionata, von dem rühmlich bekamUen Tondichter Franz
Lachner, zum Verlag übernommen, und durch deren Aufiage in Par-
titur und in Orchesterstimmen neuerdings bewährt, daß er in industriel-
ler Hinsicht rastlos ist, was ihm und seiner Officin zur Ehre gereicht.
Bekanntlich ist sein mit großem Aufwande neu eingerichtetes Handlungs-
Geschäfts-Local eine der schönsten Zierden der Residenz, welches durch
musterhafte Einfachheit, Zweckmäßigkeit und Eleganz hergestellt wor-
den, und von dem Geschmack des Unternehmers zeugt. Seit Kurzem
aber hat H. auch dafür gesorgt, seiner Druckerey eine größere Ausdeh-
nung zu geben, und selbe eben so zweckmäßig als sinnreich eingerichtet.
— T. H.'s sehr talentirter Sohn Carl H. (geboren in Wien den
1l. Iuny 1816) hat bereits mehrere mit Beyfall aufgenommene Com-
positionen für das Pianoforte herausgegeben, von denen bemerkens-
werth: Voyage zur Ie kkin. Variations accomp. 6e i'Orckeötre.
Op. 1. — Variationen über ein Thema aus der Ballnacht. Op. 2. —
Variationen über ein Thema aus dem Pferd von Erz. Op. 6. Die übri-
gen bis jetzt erschienenen Werke (deren 6 im Drucke) bestehen aus Phan-
tasien über die neuesten und beliebtesten Opern.
Hauer, die Ritter und Freyherren, eine in dem ö'sterr. Staate
durch eine Reihe aus ihr hervorgegangener verdienstvoller Beamten denk-
würdige Familie. — 1679 war Mich. H. als Wagmeister der Stadt
Wien angestellt, welchen Dienst er durch 20 Jahre bekleidete und wäh-
rend dieser Zeit nicht nur ein neues Wagamt in Wien einführte, son-
dern auch Wage und Gewicht in der ganzen Provinz regulirte, worauf
sich die in dem Familienwapcn befindliche Wage bezieht. Derselbe hat
mit seltener patriotischer Gesinnung 1633, während der türtischen Be-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie