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"sauer, die Ritter und Freyherren. 475
lagerung, sein Vermögen dem gemeinen Säckel vorgeschossen. Sein
Bruder, Andr. H., dienre bey dieser Belagerung als Volontär und
siel auf der Löwelbastey von einer feindlichen Falkonetkugel. Des Erste,
ren 2 Sohne, Ioh. Ios. H. und Ios. Märn H., wurden, der
erste nach 40jähriger, der zweyte nach 20jähriger treuer Dienstleistung
als Gerichtsbeysitzer und Actuare bey dem Stadt- und Landgerichte zu
Wien von der Kaiserinn Maria Theresia 1751 in den Adelstand
und zu kaiserl. Räthen erhoben. Beyde errichteten 1753 die noch d?r-
mahlen bestehende H auer'sche Stiftung für arme Dienstbothen. He,r
Neffe dieser beyden, für das Gemeindewohl der Stadt Wien so hoch-
verdienten Männer, Carl Ios. v. H., wurde, wegen großer Ver-
dienste, die er sich während der stürmischen Zeiten zwischen 1726 und
1762 in dem Tüvkenkriege und den der pragmatischen Sanction gefolg-
ten Streitigkeiten, und zwar nahmentlich in 14 Feldzügen als Pey-
pfiegs- und Feldkriegscommissariats-Beamter durch alleCathegorien bis
zum kaiserl. Directorialrathe hinauf, um die Monarchinn und das Va-
terland erworben, von der Kaiserinn Maria Theresia 1761 für
sich und seine Nachkommen in
Iuliana Kalhammer v. Raun ach vermählt, hatte 13 Kinder,
wovon bey seinem 1730 erfolgten Tode noch 6 Söhne, welche beynahe
sämmtlich dem t. k. Theresianum ihre Bildung verdankten, und 2 Töch-
ter am Leben waren. Der älteste unter den Söhnen, Ferd. v. H.,
k. k. niederösterr. Regierungö^cretär, gab 1803 das rühmlichst be-
kannte Werk über das österr. Muerthansverhältniß in 3 Bänden heraus
— ein Werk, welches zuerst das Chaos der hierüber vorhandenen zahllo-
sen alten Verordnungen lichtete, dem Gelehrten, so wie dem practischen
Geschäftsmanne einen systematischen Überblick in diesem Fache verschaffte,
in seiner Art noch immer unübertroffen dasteht und nach einer 2. und 3.
Austagedurch die NegierungsräthbZo H.Gott fr. v. Rößler undIoh.
Heinr. v. Kremer (letztere 3 Bde., Wien 1324) gegenwärtig noch
immer den Wunsch nach einer 4. Auflage erregt, welche dem Verneh-
men nach ebenfalls durch Krem er ehestens zu erwarten ist. Leider starb
der talentvolle Verfasser bald nach dem ersten Auftreten seines Werkes
in der Blüthe seiner Jahre. — Der zweyte Bruder, Franz Tav.
v. H., geboren 1775, wandre. sich dem kommerziellen Fache zu, und
machte sich zuerst als Wechselsensal, dann als General - Secretä'r der
österr. Nationalbank, bey deren Gründung und Regulirung ihm unstrei-
tig ein vorzügliches Verdienst gebührt, als vielseitiger und genialer Ge-
schäftsmann , so wie überhaupt als ein Mann von literarischer und
künstlerischer Ausbildung und als beller und geistreicher Kopf bekannt,
und erwarb sich aus eigenem Antriebe um die Akademie der bildenden
Künste und die k. k. Hofbibliothek besondere Verdienste. Er starb 13l9.
H. sammelte mit Auswahl und Geschmack Kupferstiche und Zeichnungen,
worüber ein Catalogue 6etai!l6 (Wien 1316) gedruckt erschien. —
Der dritte Bruder Franz Seraph, v. H., geboren 1777, glänzte
unter Österreichs vorzüglichsten Staatsmännern. Er begann seine Lauf-
bahn im 19. Jahre im Kreisamte zu St. Polten, practicirte einige
Jahre später bey der k. k. Hoftanzley, diente hierauf bey der damahli-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie