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476 Hauer, die Ritter und Freyherren.
gen Landesstelle in Krakau als Concipist und Secretär, wurde in der
Folge zum Hofsecretär und endlich 1307, also in seinem 30. Jahre,
zum Hofrathe und galizischen Referenten bey der k. k. vereinigten Hof-
kanzley, so wie zum Beysitzer der damahligen Centralfinanz-, der Stu-
dien, dann der Grundsteuer-Regulirungs- und Militarverpftegs-Sylte-
misirüngs-Hofcommission ernannt, und in der Folge durch das Ritter-
kreuz' des St. Stephatt-Ordens ausgezeichnet. 1313 begleitete er den
damahligen Armeeminister, Freyh. v. Ba ldacc i , in den Feldzug
ttach Frankreich, erhielt das goldene Civil-Ehrenkreuz und wurde zum
wirkl. Staats- und Conferenzratbe befördert. 1815 erhielt H. den Ruf
als Gubevnial-Präsident aä Ia.tu5 des Civil- und Militär-Gouverneurs,
Herzvgs von Würtemberg, nach Lemberg, und wurde bald hierauf
zum felbstständigen Landesgouverneur befördert, so wie mit der Erhe-
bung ilf den Freyherrnstand, dann mit der Verleihung des Großkreuzes
des kaiserl. Leopold-Ordens ausgezeichnet. Welche Verdienste sich dieser
würdige Staatsmann in dieser erhabenen Stellung und als Präsident
der galizischen Stände um die, ihm seit seinem Eintritte in den Staats-
dienst bis in ihre kleinste Eigenthümlichkeit bekannt und werth geworde-
ne und von ihm mi5 dem^Adlerblicke des admistratioen Genies aufge-
faßte Provinz Galizien erworben, darüber herrscht im Lan6e und in
der Monarchie nur eine Srimme, welche sich am rührendsten durch
die allgemeine Trauer ausshrach, die bey seinem 1322 im 45. Lebens-
jahre, nach vorhergegangener, durch erschöpfende Anstrengungen im
Staatsdienste herbeygeführter beynahe gänzlicher Erblindung, erfolgten
Tode sich im ganzen Lande''um ihn erhob, wo sein Nahme unvergeßlich
ist. — Der vierte Bruder, Ios. v. H., geb. 1778, widmete sich
gleichfalls dem Civil-Staatsdienste und trat, nachdem er die ersten
Jahre desselben im k. k. Kreisamts zu Korneu bürg als Kreiscom-
miffär zugebracht, 180? als HofseerMv zur finanziellen und camera-
listischen Laufbahn über, vollendete'se'ine Ausbildung in diesem Fache
durch mehrere Reisen im In- und Auilande, in Gesellschaft des damah-
ligen Hofsecretars, nunmehrigen Oberftburggrafen in Böhmen, Carl
Grafen v. Chotek, worüber sie einiM Notizen in die damahls erschie-
nenen vaterländischen Blätter einrücken ließen,, würde 1312 zum Hof-
rathe bey der k. k. allg. Hofkammer befördert, hierauf 1321 zum staats-
räthlichen Referenten, 1332 zum Vizepräsidenten bey der k. k. allg.
Hofkammer ernannt, und erhielt 1336 die geh. Rathswürde. — Der
fünfte Bruder, A n t.v. H., geb. 1?79, erhielt seine Bildung in der
k. k. Ingenieurakademie zu Wien , trat als Oberlieutenant aus, und
rückte durch alle Dienstesstufen bis zum Generalmajor vor. Er wurde
vorzüglich im Geniefache und beym Generalstabe>' mitunter auf den
mannigfachsten Reisen durch alle Theile der Monarchie und im Auslande
verwendet und machte sich, neben seinen Verdiensten in dem Fache sei-
nes eigentliches Berufes, auch noch als Schriftsteller durch mehrere
in militärischen und andern Zeitschriften eingerückte Aufsähe, nahment-
lich aber durch seine 1322 in Wien in 6 Bänden erschienene treffliche
Bearbeitung vonCoxe's Geschichte des Herzogs von Mar lborough,
aus dem Englischen, in der literarischen Welt bekannt. In dem Feld-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie